Wir müssen was machen? – nein, müssen wir nicht!

Wir müssen keine Politik machen und wir müssen auch keinen Wahlzettel abgeben. Wir müssen uns auch nicht schlau machen, was in der Politik passiert. Wir können uns natürlich wünschen oder auch hoffen, dass ‚man‘ was tun sollte – also am besten sollten die ‚anderen‘ das tun, was wir uns wünschen; oder ‚die Politik‘ sollte etwas anderes tun als sie tut.

Wir können auch zuschauen (oder die Augen zu machen), wenn wir merken oder ahnen, dass die Karre vor die Wand fährt. Das ist erlaubt. Hauptsache wir sitzen in dieser Karre selbst nicht drin – aber wer weiß das schon, wer drin sitzt und ob wir dabei sind. Und vielleicht ist die Wand auch keine Wand, sondern nur ein Schatten oder eine Behauptung von böswilligen Menschen.

Und wenn wir doch in der Karre sitzen sollten, die da mutmaßlich gegen die Wand fährt oder fahren könnte, können wir natürlich die Bedingungen der Bewegungen der Karre genauestens beschreiben und mit den anderen darüber diskutieren in welche Richtung mutmaßlich andere Karren fahren und wo sonst noch Wände herumstehen, die sich dafür eignen würden, mit allen möglichen Gefährten dagegen zu fahren. Wir können auch darüber spekulieren, wie es kommt, dass die Karre in der wir sitzen ausgerechnet in diese Richtung fährt. Wir können auch wissenschaftliche Untersuchungen darüber anstellen, was sich diejenigen dabei gedacht haben könnten, die unsere Karre in Bewegung gesetzt haben und sich keine andere Karre und keine andere Wand ausgesucht haben.

Wir müssen aber nichts tun.

Wir können alles den anderen überlassen und uns wundern oder darüber ärgern, dass keiner was tut. Und wir können uns ausdenken, was wir sagen würden, wenn wir gefragt würden, warum wir nichts getan haben. Wir könnten zum Beispiel sagen, wir hätten nichts gemerkt oder nichts gewusst. Oder wir sagen einfach, dass wir zu blöd waren – oder zu schlau. Eins davon trifft wahrscheinlich zu.

Aber wir können etwas tun. – Aber was? Hauptsache ist aber, dass es nichts kostet! Um Gottes willen! Wenn es was kostet, sollen es doch bitte andere bezahlen. Zum Glück kostet diskutieren nichts.

Oder wir versuchen etwas zu tun, was wir vorher noch nicht ausprobiert haben.

Wahlzettel ankreuzen? Das dauert noch und ist nur selten erlaubt. Auf die Straße gehen? Ist doch zu laut.

oder nachlesen bei

‚America first‘ – ernst gemeint?

aber dann bitte genau nachlesen! Sonst wäre das Zeitverschwendung!

Dann aber genau nachdenken, was ich sage wenn ich gefragt werde …

Oder einfach denken: Ich werde morgen darüber nachdenken.

Oder einfach sagen: Ich werde morgen anderen nachsagen, dass sie nichts getan hätten.

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