Wie soll es weiter gehen, wenn Trump merkt, dass ihm die Felle weg schwimmen?

Die ‚welt-de‘ titelt  (2017-07-20):

Die Schlinge zieht sich immer weiter zu“

Dass Trump vor dem Abgrund steht und bald abstürzt, haben schon oft viele befürchtet oder sich gewünscht und sich gewundert, dass der Sturz doch nicht eingetreten ist. Vielleicht wird die Schlinge um den Hals des Präsidenten jetzt bald wirklich eng und enger, denn mit der Demontage seines loyalen Mitstreiters im Wahlkampf und (noch-) Justizministers Sessions könnte unter seinen ‚Genossen‘ ein Dominoeffekt eintreten. Und was passiert dann? Trump wird nicht einfach aufgeben. Es könnte sein, dass auch einige Republikaner allmählich erkennen, dass das Festhalten an Trump für ihre eigene politische Karriere eine Belastung wird, denn die meisten werden Trump physisch überleben. Wenn sie ihn politisch überleben wollen, dürfen sie nicht zu lange warten, damit sie nicht mit in den Abgrund gerissen werden.

Wenn es für ihn wirklich eng wird, muss sich Trump etwas einfallen lassen. Ich befürchte und halte es für ausgesprochen wahrscheinlich, dass sein nordkoreanischer Kollege Kim Jong-Un ihm bereitwillig zur Hilfe kommen wird – etwa mit einem weiteren Atomtest oder Raketenabschuss zum geeigneten Zeitpunkt. Dann könnte Trump ohne lange Diskussion eine kaum beherrschbare außenpolitische ‚Notoperation‘ in Gang setzen. Mit diesem Zaunpfahl hat er ja schon vor einiger Zeit gewunken. Dann wären leicht die Voraussetzungen für einen politischen Ausnahmezustand auch in den USA herzustellen – und dann könnte Trump innenpolitisch auf seine Gutsherrenart ‚aufräumen‘, ohne sich an irgendwelche Gesetze und Regeln zu halten. Sein türkischer Kollege Erdogan hat ja schon gezeigt, wie man in einem mutmaßlich inszenierten Ausnahmezustand politische Gegner und die Presse behandeln kann – und dass man als Präsident damit ziemlich lange über die Runden kommt und von seinen Anhängern als Retter der Welt gefeiert wird.

Und selbst wenn er abstürzen sollte – wer sollte der politische Erbe seiner Hinterlassenschaften in Washington denn sein?

Es wäre m. E. besser gewesen, wenn man Trump durch einen massenhaften Boykott seiner Unternehmen, Geldgeber und sonstigen Unterstützer wirtschaftlich in die persönliche Pleite getrieben hätte. Dann wäre der Flurschaden seiner Entsorgung vielleicht überschaubar geblieben. Ich glaube aber, dass es dafür jetzt zu spät ist.

Vielleicht wäre es doch besser, ihn als Pausenclown bis zum Ende seiner Amtszeit zu tolerieren und ihm für seine unterhaltsamen Auftritte zu applaudieren.

Klingt absurd – aber als Plan B vielleicht auch eine Alternative.

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