Virologen, lasst von Twitter! – Alle anderen auch!

29.05.2020, 10:26

Virologen, lasst von Twitter! titelt der Spiegel.

Virologen sind normalerweise kluge und vernünftige Menschen, auch wenn sie unterschiedlicher Auffassung sind – das gehört zum seriösen wissenschaftlichen Diskurs dazu.

Sich in der Twitter-Schlammschlacht-Arena mit der Bild [-zeitung] tagelang zu prügeln hat den renommiertesten Experten der Republik sicher nicht gut getan.

Bemerkenswert ist, dass es nicht nur viele Wissenschaftler*innen, sondern auch ernst zu nehmende Politikerinnen und Politiker nicht lassen können, sich immer wieder in die Niederungen dieser Kommunikationsgosse zu begeben und sich dort ihre Reputation beschädigen (lassen). Sie sollten es einfach besser unterlassen. Sie könnten ihre kostbare Zeit mit besserer Beschäftigung oder Erholung verbringen, es sei denn, sie sind unterbeschäftigt.

Ist wohl leicht gesagt. Ein Alkoholiker oder Junkie hätte auch ein viel besseres Leben, wenn er „es“ – die Droge – einfach lassen würde. Wider besseren Wissens und entgegen der täglichen Erfahrung macht es der Süchtige immer wieder. Wie auch der Spieler, der sich verschuldet, um immer wieder zu verlieren.

Was ist der phantasierte „Gewinn“ dieses immer wiederkehrenden Verhaltens?

Was ist der tatsächliche Gewinn dieses Verhaltens.

Der Süchtige glaubt eher seiner absurden Wunschfantasie als der kritischen Beobachtung seiner ureigenen Erfahrungen.

Dem Wissenschaftler, der etwas von Statistik versteht ist zu raten, seine Kenntnisse auf seine persönlichen Erfahrungen mit Twitter anzuwenden.

Wie viel Adrenalin kostet dieser Trip – und wie fühlt sich die Dröhnung und der Kater danach an?

Ich räume ein, dass ich den Balken im eigenen Auge auch viel zu lange nicht gesehen habe.

Für die Nicht-Statistiker*innen: Fragt mal eure besten Freundinnen, auf welchen Twitter-Honig sie so ungerne verzichten.

Von Twitter zu lassen ist nicht nur was für Virologen!

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