Twitter & Trump – wer von beiden ist das Problem und die Lösung – oder beide?

Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile.

(Aristoteles (384 – 322 v. Chr.).

28.05.2020, 06:52

Leider – oder zum Glück hatte Aristoteles noch keine Webseite und Twitter gab es damals auch noch nicht. Trotzdem ist der Satz in den letzten 2350 Jahren nicht in Vergessenheit geraten. Nachhaltigkeit funktioniert auch ohne das World Wide Web – oder vielleicht gerade, weil es das Internet damals noch nicht gab.

Der Satz mit 40 Zeichen plus 8 Leerzeichen hätte in einen Tweet hineingepasst und wäre mit dieser Länge auch für möglichst viele Impressions optimiert. Ob der Satz heute von den gewöhnlichen Twitter-Usern verstanden würde, darauf kommt es nicht an; Hauptsache, es lassen sich möglichst viele Likes generieren. Mit einem süßen Katzenfoto und einem lächelnden Säugling könnte man die Anzahl der Likes wahrscheinlich verhundertfachen.

Nun gibt es ein Problem: Weißes Haus kündigt neue Regeln für soziale Netzwerke an schreibt die Frankfurter Allgemeine faz.net. Trump plant Verfügung für Soziale Medien titelt die Bildzeitung. Trump droht im Konflikt mit Twitter mit Schließung von Online-Netzwerken ist bei web.de nachzulesen. Alle Meldungen bei Google-News-Schlagzeilen heute am frühen Morgen ganz vorne. Scheint also wichtig zu sein.

Wie die angekündigte Trump-Verfügung genau lautet, erfahren wir vielleicht morgen – oder auch nicht. Oder vielleicht knickt der sogenannte Kurznachrichtendienst Twitter ein, bevor der beste Kunde und Promoter der Shitstorm-Latrine sich etwas anderes für seine verbalen Ausscheidungen sucht.

Ob Twitter ohne Trump noch existieren würde oder ob Trump ohne Twitter noch leben würde – wer weiß es – wahrscheinlich ja. Aber Trump wäre wahrscheinlich ohne die sogenannten sozialen Medien nicht Präsident der USA geworden oder zumindest nicht lange geblieben.

Wir wissen, dass Trump kein Freund von Gesichtsmasken und Maulkörben ist. Twitter wohl auch nicht. Man kann gespannt sein, wer wem von den beiden ab morgen einen solchen verpassen wird.

Oder vielleicht sorgen beide auf diesem Wege gegenseitig dafür, dass der jeweils andere in absehbarer Zeit ein Entsorgungsfall sein wird. So könnte Entsorgung unter ästhetischen Aspekten zu einer bemerkenswerten Eleganz gelangen.

Aristoteles hatte wohl recht.

Aber wahrscheinlich klappt es auch diesmal nicht. Shit happens.

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