Trumps Kommunikationschef – der Experte seines Fachgebiets

Es ist nicht möglich, eine Aussage über eine andere Person zu machen, ohne gleichzeitig eine Aussage über die eigene Person zu machen.

Diese grundsätzliche Aussage ist nicht zu widerlegen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass jede Aussage über eine andere Person auch eine Aussage über die eigene Person enthält.

Das ist banal-aber nicht zu leugnen.

Wenden wir diese Banalität einfach an und stellen die simple Frage:

Was sagt die Person A über sich, wenn sie sich über die Person B äußert?

z. B.: Was sagt Trump über sich, wenn er („…“) über die Person XY twittert?

Was sagt der Kommunikationschef der Präsidenten Trump Herr Scaramucci über sich selbst, wenn er sagt, Herr Priebus, der Stabschef des Präsidenten, sei ein „verdammter paranoider Schizophrener, ein Paranoiac.“ oder wenn er über den Chefstrategen des Präsidenten Herrn Steve Bannon sagt: „Ich bin nicht Steve Bannon. Ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu blasen“?

Ich achte darauf, mir diese Frage immer zu stellen, wenn sich eine Person, an der ich ein persönliches Interesse habe, über eine andere Person äußert. Mich interessiert meistens nicht, was andere Personen über ‚Dritte‘ sagen, sondern mich interessiert fast immer viel mehr, was die Person über sich selbst sagt (oder sagen will), nämlich die selbst generierte – und von ihr zu verantwortende – Meinung und Sichtweise über andere. Und an der Art und Weise, wie sich eine Person über andere Personen äußert, erlaube ich mir, mit hoher Trefferquote zu mutmaßen, wie die Person über mich denkt und gegebenenfalls in Anwesenheit Dritter über mich spricht.

Da gibt es einen kleinen aber wichtigen Unterschied! Ich könnte z. B. sagen „Mein Nachbar ist ein Idiot“ – dann klingt das wie die Beschreibung einer eine Tatsache, obwohl ich den Intelligenzquotienten meines Nachbarn gar nicht bestimmt habe. Ich sage damit vor Allem, dass ich selbst ziemlich blöd bin, da ich eine mutmaßliche Eigenschaft meines Nachbarn als Tatsache festgestellt habe, was ich aber als Tatsache weder beweisen noch gut begründen kann. Wahrscheinlich habe ich das nur gesagt, weil ich mich über meinen Nachbarn geärgert habe.

Ich könnte aber auch sagen „Ich halte meinen Nachbarn für einen Idioten“ – dann ist das eine schlichte (bewertende) Äußerung über meine Meinung über meinen Nachbarn und nicht mehr. Jedenfalls keine Tatsache. Vielleicht ist mein Nachbar ein sehr intelligenter Kerl, und vielleicht habe ich mich gerade deshalb über ihn geärgert, weil er viel schlauer ist als ich.

Ich empfehle, sich diese Fragen immer zu stellen, wenn sich in der Öffentlichkeit – oder in den sozialen Netzwerken – die beteiligten Personen mit freundlichen oder unfreundlichen Zuschreibungen wechselseitig bedienen.

Trump und seine Kommunikationsgehilfen halte ich für große Meister darin, Beschreibungen und Bewertungen sowie Tatsachen, Mutmaßungen und Meinungen über andere Personen durcheinander zu mischen und mit diesem Gebräu Stimmung zu machen. Allerdings vermute ich, dass sie oft nicht – oder vielleicht nie – merken, wie sie sich selbst damit schaden. Ich vermute auch, dass der Kommunikationschef des Präsidenten vom kleinen Ein-mal-eins der Kommunikation so viel versteht wie der Präsident von der Politik.

Anmerkung 1: Ich  habe in diesem Beitrag auf ein paar Feinheiten in der sprachlichen Kommunikation hingewiesen. Manche Menschen mögen das für Haarspalterei halten. Ich halte diese ‚Unschärfen‘ in der Kommunikation für eine sehr häufige Quelle für Missverständnisse und Konflikte – vor Allem deshalb, weil sie meistens nicht (sofort) bemerkt werden. Manche Leute benutzen diese Unschärfen strategisch, um andere Personen zu kränken, zu verunsichern oder zu täuschen, und sind damit sehr ‚erfolgreich‘ im Sinne ihrer eigenen Ziele. Andere Personen reden (oder twittern) so, weil sie mutmaßlich einfach zu faul sind, über das was sie sagen, vorher nachzudenken. Das sind nach meiner Erfahrung oft die Personen, die Ihre eigene ‚Spontaneität‘ gerne hervorheben und sich für außergewöhnlich ‚empathisch‘ halten.

Ich muss einräumen, dass durch verkürzte und oft aus dem Zusammenhang gerissene Darstellung in den Medien, sowie durch schlechte Übersetzung die von mir angesprochenen Feinheiten oft ‚unter die Räder kommen‘. Das ist aber wohl ein Dilemma der schnellen Presse und der Kommunikation in den sozialen Netzwerken wie z. B. Twitter, in denen kaum noch in vollständigen Sätzen kommuniziert wird.

Anmerkung 2: In diesem Portal mache auch ich Aussagen über andere Personen z. B. über Herrn Trump. Damit mache ich selbstverständlich auch immer Aussagen über mich und meine Meinung zu diesen Personen. Das ist auch von mir so beabsichtigt.

Falls ich in diesem Portal im Sinne der oben geäußerten Kritik selbst ‚unsauber‘ kommunizieren sollte, bedanke ich mich schon jetzt für konstruktive Kritik!

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