Trump als Komödiant?

2017-04-23: Zeit.de

Donald Trumps Umfragewerte auf Rekordtief

Donald Trump ist einer Umfrage zufolge der unbeliebteste US-Präsident seit den 1950er Jahren. Aber seine Wähler und die Republikaner unterstützen ihn weiterhin. (…) Eine aktuelle Umfrage der Washington Post und des Senders ABC zeigt, dass 53 Prozent der US-Amerikaner die Politik des Republikaners ablehnen. 42 Prozent der Befragten befürworteten seine bisherige Amtsführung. Dies sei die schlechteste 100-Tage-Bilanz eines US-Präsidenten seit den 50er Jahren.
Die Bilder der Teilnehmer bei den Vereidigungsveranstaltungen der Präsidenten Trump und Obama gingen um die Welt; ebenso die ‚alternative‘ Interpretation dieser Bilder von Trump nach seiner Vereidigung. Man könnte daraus schließen, dass Trump seine Selbstbewertung maßgeblich von der Zustimmung seiner Anhänger abhängig macht. Seit seiner Vereidigung gehen die Zustimmungswerte unter den Amerikanern laut Umfrageergebnissen zurück – jedenfalls bislang nicht bergauf. Ebenso scheinen sich immer mehr Kritiker aus seiner eigenen Partei zu Wort melden. Und immer öfter scheitert er mit der Durchsetzung seiner Wahlversprechen.
Was wünschen sich seine Kritiker? Wahrscheinlich, dass die Zustimmung weiter absinkt und dass er noch mehr Probleme bekommt, seine Absichten politisch durch zu setzen.
Was wird aber passieren, wenn diese Wünsche in Erfüllung gehen? Was wird passieren, wenn seine Zustimmungswerte unter der amerikanischen Bevölkerung auf 30, 25, oder unter 20 % absinken?
Szenario 1: Trump wird einsichtig und ändert sein Verhalten:
Er hört auf zu twittern, zu beleidigen und zu prahlen. Er macht ordentliche Pressekonferenzen, ändert seine im Wahlkampf propagierten Absichten, wählt zur Durchsetzung seiner Vorstellungen den mühsamen parlamentarischen Weg, ernennt qualifizierte Persönlichkeiten als politische Berater und Entscheidungsträger, stärkt die Gewaltenteilung, entlässt seine Familienmitglieder aus politischen Funktionen, veröffentlicht seine Steuererklärungen, trennt sich von seinen Unternehmen und behält sein Präsidentengehalt. usw.
Szenario 2: Trump bleibt uneinsichtig und intensiviert sein bisheriges Verhalten:
Er macht weiter wie bisher und macht das Gegenteil der unter Szenario 1 angesprochenen Punkte
Szenario 3: Trump tritt zurück betätigt sich als Komödiant
Szenario 4: Trump sucht sich ein außenpolitisches Betätigungsfeld, um von dem innenpolitischen Abstieg abzulenken, z. B.
 – er zettelt Handelskriege mit China, Kanada, Europa oder mit dem Rest der Welt an
 – er kündigt Umweltvereinbarungen
 – er zettelt Kriege mit konventionellen Waffen an; hier bieten sich vielerlei Möglichkeiten, die unter dem Label Terrorismusbekämpfung durchgeführt werden können
 – er zettelt einen nuklearen Krieg an; hier bietet Nordkorea eine günstige Gelegenheit
Szenario 5: Trump erkennt, dass nicht nur seine politische Reputation im Keller ist sondern auch, dass seine Marke Trump insolvent ist und beantragt für sich und seine Familie soziale Grundsicherung
Szenario 6: Trump wird seines Amtes enthoben
Szenario 7: Trump macht irgend etwas ganz anderes
Jetzt kann jeder mal überlegen, welche der angesprochenen Szenarien wünschenswert wären – und welches Szenario am wahrscheinlichsten eintreten wird. Und wollen wir uns an unsere Wünsche klammern oder auf die realistischerweise eintretenden Möglichkeiten einstellen.
Vielleicht fällt jemandem auch noch etwas anderes ein. Kommentare sind erwünscht!

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