Reine Privatangelegenheit …

2017-03-27 welt.de

Trump soll Merkel eine horrende Rechnung übergeben haben

US-Präsident Donald Trump soll Angela Merkel bei ihrem Treffen in Washington Mitte März eine Rechnung über mehr als 300 Milliarden Pfund (das sind 346 Milliarden Euro) präsentiert haben. (…) Die Rechnung überreichte Trump während privater Gespräche in Washington (…) Doch bei dem privaten Treffen mit Merkel ging Trump einen Schritt weiter. (…)

Interessant, dass sich Merkel mit Trump „privat“ getroffen haben soll. War ja auch alles eine reine ‚Privatangelegenheit‘. Trump trifft sich mit anderen Regierungschefs aus China oder Japan ja auch in seinem Privatdomizil in Florida – nicht nur zum Plaudern, sondern auch zum Golfspielen.

Dann sollte die Kanzlerin den privaten Anteil von ihren Reisekosten aber auch der Staatskasse erstatten. Spätestens der Bundesrechnungshof sollte das merken.

Oder:

Merkel war gar nicht „privat“ in Washington, sondern bei einem hoch offiziellen Staatsbesuch. Das „Privatgespräch“ war ein hoch offizielles ‚Vier-Augen-Gespräch‘. Die bei dem Gespräch präsentierte Rechnung war gar keine Rechnung, sondern nur ein bekritzelter Bierdeckel oder ähnliches.

Was auch immer hinter verschlossenen Türen vonstatten gegangen sei: Die deutsche Presse (oder zumindest dieser Artikel) hält es auch nicht mehr für nötig, zwischen ‚Privatangelegenheiten‘ und hoheitlichen Aufgaben von Regierungschefs zu unterscheiden. Gänsefüßchen kommen in dem Artikel vor – aber nicht an diesen Stellen. Der verkommene Regierungsstil des amerikanischen Präsidenten färbt wohl auf den journalistischen Stil der deutschen Presse ab. (Vielleicht habe ich fälschlicherweise auch nur angenommen, dass sowohl Politik und als auch Journalismus etwas mit sorgfältiger Wortwahl in der Sprache zu tun hat). Die ‚Bananenrepublik‘ ist von Deutschland vielleicht nicht mehr so weit entfernt wie wir glauben.

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