Jede(r)! – kann entscheiden, welchen Staubsauger und welche Waschmaschine sie/er kauft.

Siemens-Chef verteidigt sein Lob für Donald Trump

Jeder, der etwas kauft, trifft eine Entscheidung. Z. B. für einen neuen Staubsauger oder eine Waschmaschine. Mit dieser Entscheidung verhilft er dem Verkäufer und dem Hersteller des Produktes zu Umsatz und Gewinn. Und wenn er etwas anderes kauft oder dasselbe Produkt bei einem anderen Händler kauft, dann verschafft er einem anderen Händler oder Verkäufer den wirtschaftlichen Vorteil. Damit hat jeder Käufer ein nicht zu unterschätzendes Machtmittel in der Hand.

Das gilt zum Beispiel auch bei der Auswahl des Stromanbieters; die Kilowattstunde, die aus der Steckdose kommt, ist immer die gleiche – es ist aber einen Unterschied,  ob der Strom von einem Anbieter kommt, der den Strom aus regenerativen Quellen, fossilen Brennstoffen wie Gas und Erdöl oder aus Atomkraftwerken bezieht. Zum Glück haben die deutschen Stromkunden die Auswahl – und manche entscheiden sich für den Stromlieferanten, den sie unterstützen wollen, obwohl dieser Strom etwas teurer ist als der Strom der anderen Unternehmen. Ein kleines Opfer mit wahrscheinlich großer Wirkung, die man allerdings nicht sofort merkt.

Beim Staubsauger oder Kühlschrank kann ich die gleichen Überlegungen anstellen. Siemens, dessen Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser den amerikanischen Präsidenten Donald Trump ‚über den Klee‘ öffentlichkeitswirksam lobt, stellt nicht nur Gasturbinen sondern auch Elektrogeräte für ’normale‘ Leute her. Wenn ich mich beim Kauf einer Waschmaschine statt für Siemens für Miele, Bosch oder irgend einen anderen Hersteller entscheide, schaffe ich nicht nur den Vorstandsvorsitzenden dieser Hersteller einen Vorteil, sondern ich unterstütze in gleicher Weise auch Arbeitsplätze – nur bei einem anderen Unternehmen. Ich habe also zum Glück die Wahl.

Ob die anderen Hersteller wirklich besser sind – darüber kann man lange diskutieren; es gibt sicher auch Gründe, bei jedem anderen Hersteller kritische Fragen zu stellen. Wichtig ist es, diese kritischen Fragen überhaupt zu stellen, sich gegebenenfalls zu informieren – und dann, nach reiflicher Überlegung, zu entscheiden.

Es kommt ganz entscheidend auf den Zeitpunkt meiner Entscheidungen an. Es kommt darauf an, dass meine Kaufentscheidung als eine Antwort auf ein Ereignis oder eine Aussage einer wichtigen Person – hier z. B. die Aussagen vom Siemens-Chef Joe Kaeser –  erkennbar ist. Das erreiche ich, indem ich über die Begründung für meine Entscheidungen mit anderen Personen spreche – im persönlichen Gespräch oder öffentlich – z. B. über Twitter oder Facebook – oder in unserem Blog. Und wenn das genug Menschen tun, dann hat es eine Wirkung. Es hat ja auch Wirkung, dass sich viele Menschen z. B. für Ökostrom entschieden haben und darüber sprechen!

Als Normalbürger habe ich nur einen geringen Einfluss auf politische Entwicklungen. In einer Demokratie muss ich akzeptieren, dass ich als Wähler mit meinem Kreuz auf einem Wahlzettel nur einer von sehr vielen Wählern bin, die zum Teil ganz andere Meinungen haben als ich . Mit Buh-rufen und Kopfschütteln allein habe ich auch keinen Einfluss.

Vielleicht habe ich mit meinen Kaufentscheidungen mehr Macht als mit meinem Wahlzettel alle paar Jahre. Diese Macht habe ich aber nur, wenn ich sie auch tatsächlich ausübe.

Bei Kaufentscheidungen geht es ums Geld – genau, darum geht es. Trump hat es uns gezeigt.

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