Jean Claude Juncker & sein ‚Deal‘

Es mag sein, dass J.C. Juncker diesen Ausdruck, einen ‚Deal‘ mit D. Trump aushandeln zu wollen, benutzt hat, um den einfältigen amerikanischen Präsidenten in dessen Gedanken- und Interessensphäre ‚abzuholen‘. Und irgendwie ist es ja dann auch zu einem Gespräch und einem Ergebnis in Form einer Vereinbarung gekommen. Wofür alle Welt unendlich dankbar zu sein scheint und was dennoch nur 100%ig in Trumps Interesse war.

Aus welchem Grund J.C. Juncker nun diese Vereinbarung, von der er behauptet, sie entspräche genau den europäsichen Zielen, aus welchem verborgenen Grund er diese Vereinbarung (nun zurück in Europa) immer wieder als ‚Deal‘ bezeichnet, bleibt verborgen. Halbweltjargon. Es stößt mir bitter auf, es ist unnötig und ärgerlich, sich verbal so anzubiedern.

Was bewegt so viele führende Weltpolitiker, sich diesem unberechenbaren, unehrlichen & respektlosen amerikanischen Präsidenten so anzudienen? Denken sie nicht nach? Ist es ihnen egal – der Zweck heiligt die Mittel? Oder wollen sie es so, weil sie insgeheim genauso ticken? Wer weiß das heutzutage schon noch?
Eins scheint mir jedenfalls sicher  – Trump profitiert von den z. T. mühsam ausgehandelten Vereinbarungen seiner Vorgänger und der Redlichkeit seiner Partner. Seine Verhandlungspartner fühlen sich diesen Vereinbarungen verpflichtet und an sie gebunden, was ja der Sinn solcher Vereinbarungen ist.

Auf der anderen Seite: etwas Gutes hat das unbekümmerte, wechselhafte und widersprüchliche Agieren des amtierenden amerikanischen Präsidenten. Die alten Reflexe und gut geölten Beziehungsgeflechte geraten durcheinander, die Akteure der Politik und Wirtschaft müssen neue Strategien überlegen und erproben, was bisweilen brutal entlarvend wirkt. Damit reißt er dem Raubtierkapitalismus die Maske der Scheinrationaliät und der Illusion einer politischen Steuerbarkeit herunter. Es geht nur noch um Märkte, Profitgier und Vermögensabsicherung. Trump selbst hat sich ja schon immer dazu bekannt, ein Heuchler ist er in dieser Hinsicht nicht, und nun zieht er alle anderen mit hinunter – und gibt uns damit die Chance, die Fratze des Raubtieres zu klar zu sehen.

 

 

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