Ein bisschen schummeln gehört dazu

20.07.2017 Handelsblatt

Deutsche Bank im Fokus des US-Sonderermittlers
Den Managern der Deutschen Bank steht eine brisante Vorladung bevor: Sie erwarten, bald vom US-Sonderermittler zu den Russland-Kontakten der Wahlkämpfer des US-Präsidenten Donald Trump befragt zu werden. (…)

Allerdings geht es längst nicht mehr nur um die Geschäftsbeziehung zu Trump selbst. Denn die Deutsche Bank ist so etwas wie die Hausbank für den gesamten Präsidentenclan. Nach Informationen des Handelsblatts gehören auch Trumps Frau Melania und seine Tochter Ivanka zu den Kunden – und natürlich sein Schwiegersohn und enger Berater Jared Kushner, der sich 285 Millionen Dollar für ein New Yorker Immobilienprojekt geliehen haben soll.

Die Summe floss im Oktober 2016, mitten in der heißen Phase des US-Wahlkampfs. Damals verhandelte die Bank gerade über eine milliardenschwere Strafe für dubiose Immobiliengeschäfte mit dem US-Justizministerium.

Anmerkung: Angenommen es würde bei den Ermittlungen heraus kommen, dass die Deutsche Bank sich nachweisbar wissentlich an illegalen Geschäften mit Trump-Unternehmen beteiligt hat. Würde darauf in Deutschland irgendjemand (außer der ‚Lügenpresse‘) reagieren? Wahrscheinlich doch nicht. Auf jeden Fall wohl nicht die Kunden und Aktionäre des deutschen Geldinstituts. Korruptionsskandale sind ein erwünschtes Werbemittel – die Marke wird bekannter und wohl auch beliebter. Ein bisschen schummeln gehört dazu und erhöht die Spannung – das kennt ja jeder aus dem eigenen Alltag. Die Strafen sind wahrscheinlich schon eingepreist. Deutsche Autos lassen sich ja auch besser denn je verkaufen.

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