„Die vier fiesen Tricks des Donald Trump“

2017-10-10 Spiegel-online:

Zusammengefasst: Donald Trump agiert als Präsident nach ähnlichen Verhaltensmustern wie in seiner Zeit als Geschäftsmann. Er setzt auf Verwirrungstaktiken, einhundertprozentige Loyalität von Mitarbeitern und auf rosige Propaganda. Doch auf die Politik sind seine Erfolgsrezepte nur bedingt übertragbar.

Auch der Spiegel bringt es zum Ausdruck: Für Trump ist Politik ein Teil seines Geschäftsmodells: Den Rest der Welt gnadenlos über den Tisch ziehen. Seine ‚Freunde‘ wie seine ‚Feinde‘. Er hat damit Erfolg. Ob sich seine Vasallen und Vasallinnen nach seinem Ende noch trauen in einen Spiegel (ich meine nicht das gleichnamige Magazin) zu schauen? Wenn sie vor seinem Ende sterben haben sie das Problem nicht mehr; aber manche werden ihn wahrscheinlich überleben und sich nicht suizidieren. Ich bin gespannt, wie die Karrieren von Trumps Dienern und Schleimern nach seinem Absturz weitergehen.

Wahrscheinlich gibt es außer mir auch noch viele andere Menschen, die nicht gedacht hätten, dass eine Person vom Kaliber Trump es schafft, nicht nur gewählt zu werden, sondern sich auch noch mit einem solchen Benehmen so lange auf dem Präsidentenposten halten kann. Ich hätte jeden für einen abgedrehten Spinner gehalten, der mir so etwas vor einem Jahr erzählt hätte.

Ich lerne jeden Tag dazu, und staune, dass in der heutigen globalisierten Welt ein Wahlvolk wie die amerikanischen Bürger, eine politische und juristische Administration in Washington, ein Kabinett von Ministern im Weißen Haus und die internationalen Regierungsvertreter und Politiker anderer Länder sich so lange von diesem Proleten ‚auf der Nase herumtanzen lassen‘ und diesen Terror aushalten, ohne selbst vor Scham im Boden zu versinken.

Ich behaupte, dass ich Trumps Motivlage und die daraus ableitbaren Entscheidungen und Äußerungen nachvollziehen kann. Er ist in seiner Delinquenz und seiner menschenverachtenden Respektlosigkeit sowohl in seinen Äußerungen wie in seinen Handlungen so konsequent wie ein Selbstmordattentäter, – er geht wirklich ‚aufs Ganze‘, er setzt alles auf eine Karte – und diese Karte heißt Ausbeutung. Das heißt nicht, dass ich von Trump begeistert bin. Für mich ist aber viel schwerer nachvollziehbar, dass es noch ’normale‘ Menschen gibt, die stolz darauf sind, in einem Trump-Hotel abzusteigen oder sich mit Klamotten mit einem Trump-Label auf die Straße trauen. Die Trump-Produkte scheinen sich bislang noch einer regen Nachfrage zu erfreuen.

Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich dazu verurteilt bin, in einer solch beschämenden Gesellschaft auf mein Ende zu warten. Schade, dass meine Eltern mich nicht früher gezeugt haben.

Vielleicht handelt es sich um die epidemische Ausbreitung einer Variante des sog. Stockholm-Syndroms (Wikipedia: Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.) Beim Stockholm-Syndrom wehren sich die Opfer der Geiselnahme typischerweise gegen eine Befreiung und kämpfen aktiv gegen die Befreier. Das Stockholm-Syndrom gilt bislang allerdings als ein sehr seltenes Phänomen.

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