Die Uhr tickt, die Lunte ist vorbereitet

2017-08-01 Frankfurter Allgemeine:

Trump bereit für Militärschlag gegen Nordkorea

Erst hat Trumps Regierung die Gespräche mit Nordkorea für beendet erklärt. Nun plaudert ein Republikaner über einen Militärschlag gegen Pjöngjangs Raketenprogramm – und beruft sich auf den Präsidenten selbst. (…) Der als Hardliner geltende Abgeordnete Lindsey Graham sagte am Dienstag dem Fernsehsender NBC, Trump habe ihm versichert, dass er vor einer militärischen Antwort auf die jüngsten Raketentests durch Pjöngjang nicht zurückschrecke.

(…) Auch über den Präsidenten selbst äußerte sich Graham: „Wir haben ihn nicht geschaffen. Das amerikanische Volk hat ihn gewählt. (…) Er ist dazu verpflichtet, unser aller Präsident zu sein und das Chaos zu stoppen. Der größte Teil des Chaos ist von ihm selbst verursacht.“

Alles nur Show oder Theaterdonner – oder vielleicht ein Hollywood-Film? Oder Lügenpresse oder dumme Ideen von Verschwörungstheoretikern? Na ja – wenn es soweit gekommen ist, kann man den Kopf schütteln und sagen, ‚… damit hat aber keiner gerechnet‘.

Ich habe schon in meinen Beiträgen vom 2017-04-07 vorausgesehen, dass Trump die Nordkorea-Krise – ganz plötzlich, unangekündigt und ohne Absprache mit anderen Regierungen – militärisch nutzen wird, um von seinem innenpolitischen Scheitern abzulenken, wenn er merkt, dass ihm die Felle wegschwimmen und sich seine eigenen Leute und seine Fangemeinde von ihm abwenden. Nach – oder kurz vor – einem atomaren Präventivschlag gegen Nordkorea wird er den Ausnahmezustand in den USA erklären, weil die USA von Nordkorea (oder China oder auch Russland) bedroht werden. Und dann wird er, wie Erdogan es vorexerziert hat, innenpolitisch ‚aufräumen‘, ohne dass die Justiz, die Geheimdienste, die Parteien, der Senat, das Repräsentantenhaus oder sein Kabinett ihn daran hindern können. Und der Ausnahmezustand wird dann so lange andauern, wie Trump es für erforderlich hält. Wer widerspricht wird gefeuert.

Wie Trump auch seine eigenen Leute feuert, haben wir in jüngster Zeit vorgeführt bekommen, auch wenn der Ausnahmezustand noch nicht erklärt ist. Er hat sich ja mit loyalen Generälen im Weißen Haus mittlerweile gut ausgestattet.

Die Verschlechterung der Beziehungen zu Europa, China und Russland und der Abbruch bzw. das Herunterfahren diplomatischer Beziehungen zu andern Staaten sowie die wirtschaftliche Abschottungspolitik gehören als Kriegsvorbereitung wohl zur militärischen Strategie.

Ich fürchte, dass das in Washington und anderswo  viele denken, aber keiner spricht es aus. Denn wer das ausspricht, sieht unter Trump keine Sonne mehr. Die Presse nicht und schon gar nicht einer der amerikanischen Politiker. Und auch nicht die ausländischen Politiker.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.