Milliardäre unter sich – wer gibt wem wieviel?

Forbes berichtet, 15 Milliardäre haben jetzt das Anti-Trump-Lincoln-Projekt unterstützt.

aber auch

Mindestens 23 Milliardäre haben seit Juli sechsstellige Spenden an Komitees geleistet, die Donald Trump unterstützen

Große Geldspender von Bass Pro Shops, Ashley Furniture, Apollo Global Management und anderen haben in den letzten Monaten an Trump gespendet.

Wen wundert es, denn Donald Trump hat mindestens 1 Milliarde Dollar Schulden, mehr als das Doppelte des von ihm genannten Betrags

Die Verbindlichkeiten des Präsidenten sind in Dutzenden von Dokumenten aufgeführt, die hier veröffentlicht werden. Die Finanzlage des Präsidenten ist in der Tat sehr unübersichtlich.

Sehr spannend, was davon nach der Wahl am 3. November herauskommt und wer behauptet, von den Transaktionen nichts gewusst zu haben.

Obama – kranker Typ. Trump – unheilbar gesund!

Darf man Trump als psychisch krank bezeichnen?

2017-02-20 Frankfurter Allgemeine

Natürlich darf man das – außer man ist Psychiater oder Psychotherapeut (und unter denen gibt es z. B. Behandler oder Gutachter und solche, die diesen Unterschied nicht kennen).

Auch Trump darf dasselbe von Obama behaupten, denn er ist zum Glück kein Psychiater.

Ethik-Handbuches der Amerikanischen Gesellschaft für Psychiatrie (APA) (…) in der es heißt, dass Ferndiagnosen ohne das Einverständnis von und eingehende Gespräche mit der zu diagnostizierenden Person unethisch und unseriös sind.

Dieser ethische Grundsatz ist richtig. Gilt auch in Deutschland und anderswo.

Das Problem: Herr Trump wird sich mutmaßlich nicht auf ein eingehendes Gespräch mit einem Psychiater einlassen. Also ist er psychisch gesund und also können Psychiater an Trump nichts verdienen. Da ich selbst ‚altgedienter‘ Psychiater bin mache ich das auch nicht. Ich glaube auch nicht, dass Trump mit mir sprechen möchte, habe ihn allerdings noch nicht gefragt.

Was aber nicht stimmt ist, dass es nicht vorkommt, dass Psychiater Diagnosen stellen, ohne dass der Betroffene einwilligt. Das kommt so gut wie immer bei einer Zwangseinweisung vor. Und diese ist nicht nur erlaubt, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch für einen Psychiater verpflichtend, wenn es handfeste Anhaltspunkte dafür gibt, dass bei dem betreffenden Menschen ‚wegen einer krankheitswertigen psychischen Störung von einer erheblichen Selbst- oder Fremdgefährdung auszugehen ist‘. Das gilt zum Beispiel besonders dann, wenn die erhebliche Gefährdung nach den Umständen des Einzelfalles nicht auf anderem Wege oder mit anderen Mitteln zu beseitigen ist. Manchmal muss der Psychiater auch dann tätig werden, wenn der betreffende Mensch nicht bereit oder in der Lage ist zu kommunizieren – oft genug gerade dann.

Und auch ein begnadeter Psychiater kann einem Menschen nicht in den Kopf, sondern nur vor die Stirn gucken und keine Gedanken lesen – auch nicht in einem eingehenden Gespräch.

Da Trump sich in seinem Kommunikationsverhalten im Wesentlichen auf das tippen von maximal 140 Twitterzeichen beschränkt, stellt sich die Frage, ob man im Falle von auffälligem Twittern von einem psychopathologischen Symptom sprechen kann, welches sich für die Unterstützung der Diagnose einer krankheitswertigen Störung heranziehen ließe. Diesbezügliche Literatur ist mir nicht bekannt.

Jedenfalls kann man die Zustimmung des twitternden Präsidenten für die psychiatrische Kenntnisnahme seiner öffentlichen Äußerungen voraussetzen, denn er könnte das Twittern ja ohne Mühe auch unterlassen. Herr Trump bietet also grundsätzlich für eine Diagnose doch viel mehr auswertbares ‚kommunikatives Material‘ als ein schwer psychisch kranker Mensch, der gar nicht (mehr) kommunizieren kann.

Jetzt könnte man sagen, ein amerikanischer Präsident ist schlichtweg nicht in der Lage andere Personen zu gefährden. Dann braucht man sich mit dem Thema nicht mehr zu beschäftigen. Was ist aber, wenn man annehmen kann, dass der Präsident sich selbst gefährdet? Ausgeschlossen (!?)

Also stecken wir am besten den Kopf in den Sand und sagen einfach: Der Mann ist allein schon durch seine Präsidentschaft unheilbar gesund, und wer an eine Gefährdung denkt, der sollte (z. B wegen einer Angststörung) zum Psychiater oder Psychotherapeuten gehen.

Aber:

Was passiert, wenn Herr Trump aus irgendwelchen abwegigen Gründen seinen Job als Präsident verlieren sollte und wegen irgendeiner Lappalie vor Gericht gestellt wird? So etwas könnte ja auch vorkommen, auch wenn Herr Trump das mutmaßlich für ausgeschlossen hält.

Dann müsste der Richter erst mal prüfen, ob der Angeklagte zum Tatzeitpunkt überhaupt ’strafmündig‘ war (bzw. ob die strafrechtliche Verantwortlichkeit möglicherweise wegen einer krankheitswertigen psychischen Störung eingeschränkt oder aufgehoben war). Dafür müsste der Richter ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag geben.

Ich bin überzeugt – jedem halbwegs klar denkenden (amerikanischen) Psychiater sollte es nicht schwer fallen, aus dem bisherigen ‚kommunikativen Material‘ des derzeitigen Präsidenten eine u. U. schwere krankheitswertige psychische Störung abzuleiten, die die Strafbarkeit ausschließt oder zumindest in Frage stellt. Dann wäre Trump nicht ein Fall für den Strafvollzug sondern für die psychiatrische Fürsorge. Und dann stellt sich die schwierige Frage, ob es einen Grund für die sog. Sicherungsverwahrung geben könnte, wenn Trump mangels des Präsidentenamtes gar keinen Schaden mehr anrichten kann.

Alles alternative Fakten. Vielleicht hilft ein Einreiseverbot für Psychiater. Diese Berufsgruppe ist keine religiöse Minderheit und eine Mehrheit auch nicht. Und diese Leute klettern auch nicht über irgendwelche Mauern – oder vielleicht doch.