Demokratie – eine Phantasie der Ewiggestrigen!

Es ist nicht zu verleugnen: etwa die Hälfte derjenigen, die noch das Recht haben, in Wahlen oder Volksabstimmungen über politische Bedingungen, Sachverhalte oder Personen abzustimmen, entscheiden sich gegen das, was man noch bis vor einiger Zeit in gewissen Kreisen Demokratie genannt hat. Und sie entscheiden sich nicht nur gegen Demokratie, sondern sind auch teilweise bereit, ihrer Haltung mit Gewalt oder gewaltähnlichen Vorgehensweisen Nachdruck zu verleihen.

Ob dies für die Weltbevölkerung generell gilt kann bezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist, dass die Personen, die nicht oder nicht mehr das Recht von politischen Abstimmungen wahrnehmen können, sich nicht nur zur Hälfte sondern mit überwiegender Mehrheit gegen demokratische Verhältnisse entscheiden würden, wenn ihnen als Alternative die Partizipation an Reichtum und Glück im Glücksspiel oder durch die Ausbeutung anderer Populationen versprochen wird oder die Belohnung im ‚Jenseits‘ in Aussicht gestellt wird. Das ist dann ‚gerecht‘.

Manchmal wird der Begriff ‚Demokratie‘ als Worthülse oder als Marketingbegriff noch von interessierten Personen verwendet, wenn sich damit z.B. Machtinteressen besser durchsetzen lassen; er wird aber selten näher erklärt. Macht nichts – das interessiert auch nur eine kleine schrumpfende Minderheit. Jedenfalls lässt sich nicht bestreiten, dass mit dem Begriff Demokratie genau so wenig Umsatz oder Gewinn erzielt werden kann wie mit den abgegriffenen Stichworten Humanität oder Menschenwürde.

In einer Zeit, in der kaum noch im Format von vollständigen Sätzen kommuniziert wird und das Thema oder das Bild nach wenigen Sekunden durch einen einfachen ‚Klick‘ gewechselt werden kann, haben komplizierte Denkfiguren nur noch eine geringe Chance.

Die unverbesserlichen ewiggestrigen Romantiker beschränken sich auf Jammern und Klagen. Hauptsache es kostet weder Mühe noch Geld.

Späte – aber neue Erkenntnis!

Reine Privatangelegenheit …

2017-03-27 welt.de

Trump soll Merkel eine horrende Rechnung übergeben haben

US-Präsident Donald Trump soll Angela Merkel bei ihrem Treffen in Washington Mitte März eine Rechnung über mehr als 300 Milliarden Pfund (das sind 346 Milliarden Euro) präsentiert haben. (…) Die Rechnung überreichte Trump während privater Gespräche in Washington (…) Doch bei dem privaten Treffen mit Merkel ging Trump einen Schritt weiter. (…)

Interessant, dass sich Merkel mit Trump „privat“ getroffen haben soll. War ja auch alles eine reine ‚Privatangelegenheit‘. Trump trifft sich mit anderen Regierungschefs aus China oder Japan ja auch in seinem Privatdomizil in Florida – nicht nur zum Plaudern, sondern auch zum Golfspielen.

Dann sollte die Kanzlerin den privaten Anteil von ihren Reisekosten aber auch der Staatskasse erstatten. Spätestens der Bundesrechnungshof sollte das merken.

Oder:

Merkel war gar nicht „privat“ in Washington, sondern bei einem hoch offiziellen Staatsbesuch. Das „Privatgespräch“ war ein hoch offizielles ‚Vier-Augen-Gespräch‘. Die bei dem Gespräch präsentierte Rechnung war gar keine Rechnung, sondern nur ein bekritzelter Bierdeckel oder ähnliches.

Was auch immer hinter verschlossenen Türen vonstatten gegangen sei: Die deutsche Presse (oder zumindest dieser Artikel) hält es auch nicht mehr für nötig, zwischen ‚Privatangelegenheiten‘ und hoheitlichen Aufgaben von Regierungschefs zu unterscheiden. Gänsefüßchen kommen in dem Artikel vor – aber nicht an diesen Stellen. Der verkommene Regierungsstil des amerikanischen Präsidenten färbt wohl auf den journalistischen Stil der deutschen Presse ab. (Vielleicht habe ich fälschlicherweise auch nur angenommen, dass sowohl Politik und als auch Journalismus etwas mit sorgfältiger Wortwahl in der Sprache zu tun hat). Die ‚Bananenrepublik‘ ist von Deutschland vielleicht nicht mehr so weit entfernt wie wir glauben.