Spekulation: Keine Kriegsspiele oder vielleicht doch?

„Trump will keine „Kriegsspiele“ mehr vor Nordkorea“ titelt Zeit-Online am 30.08.2018. (wie sinngemäß auch die meisten anderen Nachrichtenmagazine in Deutschland) Weiter heißt es in dem Artikel:

(…) Es gebe „derzeit keinen Grund, große Summen für gemeinsame Kriegsspiele der USA und Südkoreas auszugeben“, schrieb Trump am Mittwochabend. Nichtsdestotrotz könnten sie [gemeint sind die Militärmanöver] wieder begonnen werden, wenn der US-Präsident sich dazu entschließe, schrieb Trump. „Wenn er das tut, werden sie deutlich größer sein als je zuvor.“ Der US-Präsident betonte aber auch sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un, sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping.

Was ist an dieser Trumpschen Aussage dran „… sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping“? Sollte man den Präsidenten beim Wort nehmen – oder kann man sich eher auf das Gegenteil von dem verlassen, was Trump sagt. Bei einem amerikanischen Präsidenten kommt es auf seine Worte mittlerweile nicht mehr an, denn der Mann merkt ja offensichtlich gar nicht, wenn er die Unwahrheit sagt. Von Lügen darf man ja nur sprechen, wenn eine Täuschungsabsicht beweisbar ist, und ein solcher ‚Beweis‘ ist ja zum Glück grundsätzlich nicht möglich.

Viele Nachrichtenorganisationen vermeiden das Wort [„Lüge“] wegen der Frage der Absicht. Leitende Redakteure glauben, dass es wichtig sei, nachzuweisen, dass jemand wissentlich Falschinformationen verbreitete und zu täuschen beabsichtigte.

US-Verteidigungsminister Mattis hatte im Gegensatz dazu erklärt, es gebe derzeit keine Pläne für ein weiteres Aussetzen der Militärübungen. Welch ein Zufall, dass der von Außenminister Mike Pompeo geplante Besuch in Nordkorea von Trump kurzfristig abgesagt wurde, „… weil es nicht genügend Fortschritte bei der Denuklearisierung gebe“.

Am 27.08.2018 berichtete z. B. Focus-Online (und sinngemäß auch andere Presseorgane): „Nordkorea befürchtet US-Amerikanischen Angriff auf Pjöngjang“.

Natürlich ist Kim Jong Un ein böser Mann (oder doch ein guter Mann, denn Trump hat ja ein gutes Verhältnis zu ihm (?)), – aber könnte es nicht sein, dass er ausnahmsweise einmal doch vielleicht recht behalten wird? Na, wenn es denn tatsächlich so sein sollte, würde dann Trump twittern „… ja selbstverständlich, wir bereiten einen Überraschungsangriff aus Pjöngjang vor – keine Frage! Aber bitte geheim halten!!! Es soll doch eine Überraschung sein. Auch Japan und Südkorea dürfen von dieser Überraschung nichts wissen. Also bitte nicht weitersagen!“. So würde Trump bestimmt antworten.

Er würde vielleicht per Twitter (natürlich in mehreren Tweets) hinzufügen: „… lieber Kim Jong Un, es tut mir aufrichtig leid, wenn wir Pjöngjang bombardieren müssen. Und weil du ja auch ein paar Nuklearwaffen herumliegen hast, müssen wir mit unseren Waffen gründliche Arbeit leisten und können nicht lange herumfackeln, bevor du zurück schießen kannst. Aber bitte habe Verständnis dafür, dass ich jetzt einen kleinen Krieg unbedingt brauche, denn im Moment ist es im Weißen Haus ein wenig ungemütlich. Wenn mich in der nächsten Zeit zu viele meiner alten Freunde verpfeifen, dann könnte es sein, dass ich hier in Washington Schwierigkeiten bekomme und meinen Job verlieren könnte. Ich brauche jetzt unbedingt einen außenpolitischen Erfolg und eine Bedrohung von Außen. Wenn wir nämlich im Krieg sind, kann ich den Sonderermittler Muller und ein paar andere Leute, die diese Hexenjagd betreiben, viel einfacher per Notstandsdekret abservieren. Und wenn es richtig knallt, wird sich hier keiner trauen, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Denn wer sollte diesen Krieg außer mir denn weiter führen? Ich verspreche dir auch, dass ich dir auf dem verstrahlten Gelände von Pjönjang danach einen wunderschönen Golfplatz spendiere. Ehrenwort!“

Natürlich reine Spekulation oder Verschwörungstheorie. Hat mit Tatsachen nichts zu tun.

Nachprüfung im November 2018

Super-Manager aus Köln will Donald Trump nicht mehr beraten

… mal einer aus Deutschland, der eine vernünftige Entscheidung getroffen hat. Focus online berichtet am 24.03.2018:

Goodbye, Mister President!

Ein geborener Kölner kehrt dem mächtigsten Mann der Welt den Rücken: Martin Richenhagen, seit 14 Jahren Chef des in Minnesota ansässigen Landmaschinenherstellers Agco (20.000 Mitarbeiter, 7,4 Milliarden Dollar Umsatz) war so verärgert über die Entlassung von Außenminister Rex Tillerson, dass er aus Trumps Beratergremium zurücktrat: No, thank you! (…)

„Es bringt nichts mehr, sich dort zu engagieren.“

Das Kollegium der egomanen Präsidenten

2017-07-22 Handelsblatt:

Egomanen in der Politik
Was Trump-Gegner von Berlusconi lernen sollten
Silvio Berlusconi und Donald Trump – ihre Ähnlichkeit ist fast erschreckend. Auch ihre Gegner zeigen gleiche Reflexe. Doch als politische Gegenmaßnahmen sind sie untauglich – wie die Ära Berlusconi zeigt. (…)
Was für Berlusconi galt, gilt heute für Trump: Je mehr sich seine Gegner auf ihn einschießen, umso mehr steht er in den Augen seiner Fans als Märtyrer da. Die Ermittler sind ihm auf den Fersen ? Eine politisch motivierte Hexenjagd. Die Journalisten kritisieren ihn? Fake News. Das Drehbuch ist bekannt. Italien lässt grüßen.
Das Kollegium der egomanen Staatslenker (Berlusconi, Kim Jong-Un, Erdogan, Putin, Schröder, Trump …) vergrößert sich. Und die Ähnlichkeiten sind wirklich beeindruckend. Sowohl was die persönlichen Vorlieben angeht, als auch der Politikstil und die Überzeugung der Unfehlbarkeit. (Mit dieser Eigenschaft ist ja auch der Papst gesegnet.) In der Überzeugung der Unfehlbarkeit sind sich die Häuptlinge selbst und deren Diener völlig einig. Dabei spielt die Parteizugehörigkeit und die soziale Herkunft der Herrscher kaum eine Rolle. Sie können aus der rechten oder der linken Ecke der Politik – oder von ‚Unten‘ oder von ‚Oben‘ kommen.
Es stellt sich die Frage, ob es an den speziellen Persönlichkeiten oder den politischen und juristischen Rahmenbedingungen und der Mentalität der von ihnen regierten Bevölkerung liegt, dass sie sich so stabil in ihren Positionen halten können. Allem Anschein gibt es einen sehr starken menschlichen Wunsch nach einer unfehlbaren, unangreifbaren und möglichst unvergänglichen und damit vermeintliche Sicherheit und Gerechtigkeit garantierenden Obrigkeit. Ob diese Obrigkeit im Diesseits oder Jenseits – oder in der Vergangenheit oder der Zukunft angesiedelt ist, das ist eine Geschmacksfrage und hängt davon ab, ob man die Glückseligkeit im Himmel oder auf der Erde erwartet. Gemeinsam ist allen Königen und Propheten, dass es einer Heiligsprechung gleichkommt, wenn man sich in ihrer Nähe aufhalten darf und an ihrem Glanz teilhaben kann. Wofür lohnt sich denn sonst das Leben und woran soll man denn sonst noch glauben.
Hier passen die Feststellungen von Dieter Nuhr, dass Glaube bedeutet, dass man nichts weiß – aber fast sicher ist, … und dass der Unterschied zwischen Glauben und Wahnsinn in der Anzahl der Gläubigen besteht. …
Wer ungläubig ist, ist eben ein Verräter – und verdient keine Gnade.

Made in America – das gilt nicht für Trump-Unternehmen

2017-07-17 Frankfurter Rundschau

Von wegen „Made in America“

Ivanka Trump lässt in Asien für ihre Modemarke fertigen – und führt damit die Rhetorik ihres Vaters ad absurdum. In Bangladesch verdienen Textilarbeiter den Mindestlohn von 70 Dollar im Monat oder weniger. (…)

In einer aufwendigen Recherche bei Zollbehörden, Schifffahrtsunternehmen und vor Ort auf drei Kontinenten hat die „Washington Post“ die Herkunftswege von Schuhen, Taschen, Blusen und Kleidern der Ivanka-Trump-Kollektion recherchiert. Das Ergebnis: die Firma der Präsidententochter lässt ihre Produkte praktisch ausschließlich in Asien und Afrika fertigen, wo die Kosten niedrig und die Rechte der Arbeiter gering sind. Es sei nicht möglich, große Kollektionen in den USA herzustellen, erklärt Abigail Klem, die Vorstandschefin des Modelabels bemerkenswert offen: „Es gibt hier die nötigen Arbeiter und auch die Maschinen nicht mehr.“ (…)

18-Stunden-Tage und Schikanen der Manager

Besonders fragwürdig scheint, dass die Firma der Präsidententochter, anders als andere Textilunternehmen, keine unabhängigen Beobachter beauftragt, um die oft katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort zumindest in Ansätzen zu überwachen. Nach eigenen Angaben hat das Trump-Unternehmen lediglich einen Verhaltenskodex, der körperliche Ausbeutung und Kinderarbeit verbietet. Die Zulieferer würden „auf höchstem Niveau“ arbeiten, versichert Firmenchefin Klem. Hingegen berichten Menschenrechtsorganisationen von 18-Stunden-Tagen und Schikanen der Manager in chinesischen Fabriken, die für Ivanka Trump nähen. Als dort vor einigen Wochen Aktivisten gegen die Arbeitsbedingungen protestierten, wurden drei Demonstranten festgenommen.

Ivanka Trump lehnte einen Kommentar zu der Geschäftspraxis ab, die in krassem Widerspruch zur Rhetorik ihres Vaters steht.

Ich kenne die Umsatzzahlen und Umsatzentwicklung der ‚Ivanka-Trump-Kollektion‘ nicht; über einen Zusammenbruch ihres Unternehmens wäre sicher schon berichtet worden, wenn niemand mehr das Zeug kaufen würde. Also gibt es wohl noch genug Damen (und Herren), die sich gerne mit dem ‚Ivanka Trump‘ – Label schmücken und die die Accessoires und diejenigen, die selbige besitzen und tragen, bewundern. Und es gibt genug Zwischenhändler, die mit dem Verkauf der Kollektion Geld verdienen und dazu beitragen, damit Amerika wieder ‚great‘ wird.

China ist auch ein großer Markt für Trumps Hausmarke

n-tv 09.03.2017

… Wie der Sender CNN berichtet, hat die chinesische Regierung vorläufig grünes Licht für insgesamt 35 Markenrechte gegeben, die sich auf den Namen Trump beziehen …

… Spätestens seit Trumps Wahlsieg im November sind in China Produkte mit dem Namen „Trump“ ein Kassenschlager. Besonders populär ist der Name von Trumps Tochter Ivanka. …