Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank beenden …

„Trumps Vertraute kündigt bei der Deutschen Bank“ titelt spiegel.de am 23.12.2020.

Weiter schreibt spiegel.de:

Wie lässt sich die Geschäftsbeziehung zum US-Präsidenten halbwegs elegant beenden?

Für den Rest der Weltbevölkerung erlaube ich mir die Frage:

Wie lässt sich die Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank halbwegs elegant beenden?

Die Trump-Vertrauten Vrablic und Scalzi haben es vorgemacht, wie spiegel.de weiter schreibt:

Eine seit Jahren für US-Präsident Donald Trump zuständige Mitarbeiterin der Deutschen Bank verlässt das Geldhaus. Ein Sprecher der Bank bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Rosemary Vrablic vom Vermögensmanagement jüngst ihren Rücktritt eingereicht habe. Dieser sei angenommen worden und werde zum Jahresende wirksam. Auch ihr langjähriger Kollege Dominic Scalzi verlasse das Institut. Einen Grund für die Schritte nannte der Sprecher nicht. (…)

spiegel.de

Wer hätte das gedacht; verständlich, dass sich keiner zu den näheren Umständen äußern will. Da scheint es ein Problem zu geben, nicht nur in der Trump-Organisation, sondern auch bei der Deutschen Bank. Aber nicht erst seit gestern.

Dem deutschen ehemaligen Vorzeige-Geldinstitut (nicht nur Wirecard) ist es zu verdanken, dass sich Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich in Richtung einer Bananenrepublik ‚entwickelt‘. Die Politik sieht tatenlos zu, die staatliche Finanzaufsicht und die Kartellwächter sind kastriert, taub, bestochen oder haben selbst einen Interessenkonflikt, und die Kunden der Deutschen Bank scheinen sich einen Vorteil davon zu versprechen, mit diesem skandalträchtigen Institut Geschäfte zu machen – und sei es nur ein einfaches Girokonto. Die einen tun so, als hätten sie keine Ahnung (Prinzip: Kopf in den Sand stecken); die anderen wissen was sie tun und haben Gründe und Ausreden für ihr Handeln. So ist es in Deutschland, nicht nur jenseits der großen Ozeane.

Zum Glück bin ich noch nie auf die Idee gekommen, mit der Deutschen Bank in eine Geschäftsbeziehung zu treten, außer dass ich über die Vermittlung eines Deutsche-Bank-Maklers 1992 eine Immobilie gekauft habe. Seitdem achte ich peinlich genau darauf, dass ich mit diesem Institut nicht meine Finger ‚kontaminiere‘ – nicht erst seit der Corona-Krise.

Es ist nicht nur möglich, sondern m. E. geboten, auch in dieser Hinsicht auf Hygiene zu achten!!

Es ist für mich nicht möglich, eine Geschäftsbeziehung zu kündigen, die nicht existiert. Wenn ich z. B. eine Überweisung tätige, wähle ich immer einen anderen Zahlungsweg als die Deutsche Bank. Wenn ein Geschäftspartner keine andere Kontoverbindung als die Deutsche Bank hat, wechsle ich den Geschäftspartner; das Geschäft kommt dann nicht zustande und ich sage auch warum – selbst wenn mir deswegen ein ‚Schnäppchen‘ entgeht.

Wer behauptet, die Deutsche Bank sei unverzichtbar, dem ist nicht zu helfen.

Wer JETZT sein Konto bei der Deutsche Bank AG nicht kündigt trägt die Mitverantwortung an den Verbrechen Trumps

Deutsche Bank verweigert Auskunft zu Trump-Geschäften (FAZ-net)

Wenn man kein Konto bei der Deutsche Bank AG hat, kann man kein Konto kündigen.

Wer ein DB-Konto hat und jetzt nicht kündigt, oder eine neue Geschäftsverbindung zur Deutsche Bank AG herstellt, leistet stillschweigende Beihilfe zu den mutmaßlichen Straftaten der Verantwortlichen der Deutsche Bank, die wiederum Beihilfe leisten zu den Verbrechen das amerikanischen Präsidenten und seiner Erfüllungsgehilfen.

Die Einrede „… wir haben nichts gewußt …“ ist nicht zu akzeptieren.

Das gilt für Geschäftskonten als auch für Privatkonten.

Die Weiterführung eines Kontos bei der DB ist in Deutschland wohl noch kein Straftatbestand, aber eine grenzenlose Blamage und Ausdruck eines gravirenden Mangels an Zivilcourage. Letztere hat zurzeit keine gute ‚Konjunktur‘. Aber vielleicht ändert sich die Rechtskultur in Deutschland, so dass die Beihilfe in diesem Sinne ähnlich wie Hehlerei (§ 259 StGB) als Straftat gewertet wird.

Ein bisschen schummeln gehört dazu

20.07.2017 Handelsblatt

Deutsche Bank im Fokus des US-Sonderermittlers
Den Managern der Deutschen Bank steht eine brisante Vorladung bevor: Sie erwarten, bald vom US-Sonderermittler zu den Russland-Kontakten der Wahlkämpfer des US-Präsidenten Donald Trump befragt zu werden. (…)

Allerdings geht es längst nicht mehr nur um die Geschäftsbeziehung zu Trump selbst. Denn die Deutsche Bank ist so etwas wie die Hausbank für den gesamten Präsidentenclan. Nach Informationen des Handelsblatts gehören auch Trumps Frau Melania und seine Tochter Ivanka zu den Kunden – und natürlich sein Schwiegersohn und enger Berater Jared Kushner, der sich 285 Millionen Dollar für ein New Yorker Immobilienprojekt geliehen haben soll.

Die Summe floss im Oktober 2016, mitten in der heißen Phase des US-Wahlkampfs. Damals verhandelte die Bank gerade über eine milliardenschwere Strafe für dubiose Immobiliengeschäfte mit dem US-Justizministerium.

Anmerkung: Angenommen es würde bei den Ermittlungen heraus kommen, dass die Deutsche Bank sich nachweisbar wissentlich an illegalen Geschäften mit Trump-Unternehmen beteiligt hat. Würde darauf in Deutschland irgendjemand (außer der ‚Lügenpresse‘) reagieren? Wahrscheinlich doch nicht. Auf jeden Fall wohl nicht die Kunden und Aktionäre des deutschen Geldinstituts. Korruptionsskandale sind ein erwünschtes Werbemittel – die Marke wird bekannter und wohl auch beliebter. Ein bisschen schummeln gehört dazu und erhöht die Spannung – das kennt ja jeder aus dem eigenen Alltag. Die Strafen sind wahrscheinlich schon eingepreist. Deutsche Autos lassen sich ja auch besser denn je verkaufen.

Trump und die Deutsche Bank

2017-04-13 Handelsblatt.com

Wie eng sind Trump und Deutsche Bank verbandelt?

…  Der Immobilienmilliardär habe zwei Kredite und zwei Hypotheken von der Deutschen Bank erhalten, schrieb Van Hollen unter Berufung auf frühere Veröffentlichungen. Die Darlehen summierten sich demnach auf rund 340 Millionen Dollar. Weitere 950 Millionen Dollar seien an ein Projekt gegangen, an dem Trump einen 30-prozentigen Anteil halte. Das Mitglied im Bankenausschuss des US-Senats wies zudem darauf hin, dass Trumps Schwiegersohn Jared Kushner eine millionenschwere Kreditlinie der Deutschen Bank erhalten habe.

Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Vom Weißen Haus war keine Stellungnahme zu erhalten.

 

Sehr peinlich. Deutsches oder Amerikanisches Problem?

(2017-03-29 aktiencheck.de)

2017-03-30 Spiegel.de:

Wie die Deutsche Bank ihr Trump-Problem loswerden will

(…) Doch Donald Trump senior, der eigentlich gar nichts mehr mit dem Geschäftlichen zu tun haben soll, hat die Rückzahlung der Kredite persönlich garantiert. Falls doch einmal einer davon faul würde, könnte – oder müsste – die Bank also den Besitz des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten pfänden – oder es zumindest versuchen.

(…) Die Bank, die noch eine US-Strafe wegen Geldwäsche in Russland erwartet, will weder Kritikern eine Vorlage liefern, indem sie Trump billig aus seiner Vertragspflicht entlässt; noch mag sie ein schlechtes Verhältnis mit der Trump Organization riskieren, wenn sie als Preis für den Verzicht die Zinsen anhebt.

So oder so, den Interessenkonflikt mit Trump wird die Deutsche Bank wohl nicht so schnell los. (…)

Wer hätte das gedacht, dass eine (deutsche) Bank oder gar die ‚Deutsche Bank‘ als Kreditgeber in eine Zwickmühle gerät, wenn sie sich als Anbieter von Finanzdienstleistungen mit Trump einlässt. So etwas hätten nur böse Menschen denken können.

Ich bedaure aufrichtig, dass ich kein Kunde dieser Bank bin. Deshalb kann ich leider auch keine Geschäftsverbindung zu diesem Geldinstitut kündigen oder ‚restrukturieren‘. Es wäre schön, wenn sich ein Boykotteilnehmer mit einer solchen Verbindung zu diesem Schritt entscheiden würde.