Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank beenden …

„Trumps Vertraute kündigt bei der Deutschen Bank“ titelt spiegel.de am 23.12.2020.

Weiter schreibt spiegel.de:

Wie lässt sich die Geschäftsbeziehung zum US-Präsidenten halbwegs elegant beenden?

Für den Rest der Weltbevölkerung erlaube ich mir die Frage:

Wie lässt sich die Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank halbwegs elegant beenden?

Die Trump-Vertrauten Vrablic und Scalzi haben es vorgemacht, wie spiegel.de weiter schreibt:

Eine seit Jahren für US-Präsident Donald Trump zuständige Mitarbeiterin der Deutschen Bank verlässt das Geldhaus. Ein Sprecher der Bank bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Rosemary Vrablic vom Vermögensmanagement jüngst ihren Rücktritt eingereicht habe. Dieser sei angenommen worden und werde zum Jahresende wirksam. Auch ihr langjähriger Kollege Dominic Scalzi verlasse das Institut. Einen Grund für die Schritte nannte der Sprecher nicht. (…)

spiegel.de

Wer hätte das gedacht; verständlich, dass sich keiner zu den näheren Umständen äußern will. Da scheint es ein Problem zu geben, nicht nur in der Trump-Organisation, sondern auch bei der Deutschen Bank. Aber nicht erst seit gestern.

Dem deutschen ehemaligen Vorzeige-Geldinstitut (nicht nur Wirecard) ist es zu verdanken, dass sich Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich in Richtung einer Bananenrepublik ‚entwickelt‘. Die Politik sieht tatenlos zu, die staatliche Finanzaufsicht und die Kartellwächter sind kastriert, taub, bestochen oder haben selbst einen Interessenkonflikt, und die Kunden der Deutschen Bank scheinen sich einen Vorteil davon zu versprechen, mit diesem skandalträchtigen Institut Geschäfte zu machen – und sei es nur ein einfaches Girokonto. Die einen tun so, als hätten sie keine Ahnung (Prinzip: Kopf in den Sand stecken); die anderen wissen was sie tun und haben Gründe und Ausreden für ihr Handeln. So ist es in Deutschland, nicht nur jenseits der großen Ozeane.

Zum Glück bin ich noch nie auf die Idee gekommen, mit der Deutschen Bank in eine Geschäftsbeziehung zu treten, außer dass ich über die Vermittlung eines Deutsche-Bank-Maklers 1992 eine Immobilie gekauft habe. Seitdem achte ich peinlich genau darauf, dass ich mit diesem Institut nicht meine Finger ‚kontaminiere‘ – nicht erst seit der Corona-Krise.

Es ist nicht nur möglich, sondern m. E. geboten, auch in dieser Hinsicht auf Hygiene zu achten!!

Es ist für mich nicht möglich, eine Geschäftsbeziehung zu kündigen, die nicht existiert. Wenn ich z. B. eine Überweisung tätige, wähle ich immer einen anderen Zahlungsweg als die Deutsche Bank. Wenn ein Geschäftspartner keine andere Kontoverbindung als die Deutsche Bank hat, wechsle ich den Geschäftspartner; das Geschäft kommt dann nicht zustande und ich sage auch warum – selbst wenn mir deswegen ein ‚Schnäppchen‘ entgeht.

Wer behauptet, die Deutsche Bank sei unverzichtbar, dem ist nicht zu helfen.

Trump kann Militär gegen Biden-Sieg einsetzen …

t-online berichtet, Michael Flynn habe den US-Präsidenten aufgefordert, das Kriegsrecht auszurufen. (…) Der ehemalige Sicherheitsberater [Flynn] war zuletzt von Trump begnadigt worden, nachdem er im Zuge der Ermittlungen in der Russland-Affäre das FBI angelogen hatte. (…) Laut der britischen Nachrichtenseite „Dailymail“ plädierte Flynn außerdem dafür, das Kriegsrecht in den USA zu verhängen, damit der Demokrat Joe Biden sein Amt nicht antreten könne.

Weiter berichtet t-online:

„Trump kann mit einem Befehl sofort jede einzelne der Auszählungsmaschinen beschlagnahmen “, erklärte Flynn in einem Interview mit der Nachrichtenseite „Newsmax“ am Donnerstag. Damit bezieht er sich auf die Verschwörungstheorie, dass die Abstimmungssoftware Trumps Stimmen fälschlicherweise für Biden ausgewertet hat. „Innerhalb der Swing-Staaten könnte Trump durch das Militär die Kontrolle übernehmen und in jedem dieser Staaten die Wahl wiederholen.“, so Flynn. (…)

Letztlich wären die Möglichkeiten, die Flynn für Trump skizziert hat, wahrscheinlich allesamt rechtswidrig – das weiß vermutlich auch der begnadigte General. Aber es geht ihm mit diesen Äußerungen darum, Emotionen bei der Anhängerschaft von Trump zu bedienen, damit sich mehr Menschen hinter den abgewählten Präsidenten stellen.

Es wäre wohl nicht das ersteMal, dass Trump etwas unternimmt, was vorher niemand für möglich gehalten hätte. Trump hat immer noch die Hand über dem ‚Roten Knopf‘ (auch genannt ‚Atomkoffer‘ oder ‚Nuclear Football‘), mit dem er das Nuklear-Arsenal aktivieren kann.

Ungemütlich!

PS.:

In meinem Beitrag vom 22.07.2017 mit dem Titel: „Wie soll es weiter gehen, wenn Trump merkt, dass ihm die Felle weg schwimmen?“ kann man nachlesen, dass ich schon damals eine sehr ähnliche Phantasie hatte:

Wenn es für ihn wirklich eng wird, muss sich Trump etwas einfallen lassen. Ich befürchte und halte es für ausgesprochen wahrscheinlich, dass sein nordkoreanischer Kollege Kim Jong-Un ihm bereitwillig zur Hilfe kommen wird – etwa mit einem weiteren Atomtest oder Raketenabschuss zum geeigneten Zeitpunkt. Dann könnte Trump ohne lange Diskussion eine kaum beherrschbare außenpolitische ‚Notoperation‘ in Gang setzen. Mit diesem Zaunpfahl hat er ja schon vor einiger Zeit gewunken. Dann wären leicht die Voraussetzungen für einen politischen Ausnahmezustand auch in den USA herzustellen – und dann könnte Trump innenpolitisch auf seine Gutsherrenart ‚aufräumen‘, ohne sich an irgendwelche Gesetze und Regeln zu halten. Sein türkischer Kollege Erdogan hat ja schon gezeigt, wie man in einem mutmaßlich inszenierten Ausnahmezustand politische Gegner und die Presse behandeln kann – und dass man als Präsident damit ziemlich lange über die Runden kommt und von seinen Anhängern als Retter der Welt gefeiert wird.

Und selbst wenn er abstürzen sollte – wer sollte der politische Erbe seiner Hinterlassenschaften in Washington denn sein?

Siehe auch: „Spekulation: Keine Kriegsspiele oder vielleicht doch?“ vom 30.08.2018

Allerdings: Auf die Idee, dass Trump das US-Militär zum inländischen Kampf gegen einen gewählten Präsidentschaftskandidaten einzusetzen könnte, bin ich noch nicht gekommen.

Neue Erkenntnis!

Vieleicht hatte Trump einen nachvollziebaren Grund, gerade nach seiner Abwahl ausgerechnet Flynn zu begnadigen, es sei denn, er hatte bei dessen Begnadigung keinerlei (Hinter-)Gedanken. Ausgesprochen Unwahrscheinlich!

Boykott könnte teuer werden – auch für Trump

Zuckerberg verliert sieben Milliarden: Boykott-Aktion macht Facebook zu schaffen

titelt Focus.de am 28.06.2020: Weiter heißt es in dem Focusbeitrag:

„Die von Bürgerrechtsorganisationen Mitte Juni ins Leben gerufene Initiative #StopHateForProfit führte auf ihrer Webseite am Sonntag in einer Liste gut 90 Unternehmen, die ihre Werbung auf Facebook in den USA erst einmal stoppen. Einige wollen diese Maßnahme auch auf die Facebook -Tochter Instagram sowie auf Twitter  ausweiten. (…) Als große Namen kamen seit Freitag unter anderem der Konsumgüterriese Unilever  und der Autobauer Honda  dazu. Der Getränkeriese Coca Cola  kündigte ebenfalls an, für mindestens 30 Tage auf allen sozialen Plattformen weltweit seine Werbung auszusetzen.“

Es scheint so zu sein, dass ein Boykott – wenn er abgesprochen ist und kommuniziert wird eine nicht zu unterschätzende Wirkung hat.

Das Konzept unserer Kampagne beruht genau auf diesem Gedanken!

Twitter & Trump – wer von beiden ist das Problem und die Lösung – oder beide?

Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile.

(Aristoteles (384 – 322 v. Chr.).

28.05.2020, 06:52

Leider – oder zum Glück hatte Aristoteles noch keine Webseite und Twitter gab es damals auch noch nicht. Trotzdem ist der Satz in den letzten 2350 Jahren nicht in Vergessenheit geraten. Nachhaltigkeit funktioniert auch ohne das World Wide Web – oder vielleicht gerade, weil es das Internet damals noch nicht gab.

Der Satz mit 40 Zeichen plus 8 Leerzeichen hätte in einen Tweet hineingepasst und wäre mit dieser Länge auch für möglichst viele Impressions optimiert. Ob der Satz heute von den gewöhnlichen Twitter-Usern verstanden würde, darauf kommt es nicht an; Hauptsache, es lassen sich möglichst viele Likes generieren. Mit einem süßen Katzenfoto und einem lächelnden Säugling könnte man die Anzahl der Likes wahrscheinlich verhundertfachen.

Nun gibt es ein Problem: Weißes Haus kündigt neue Regeln für soziale Netzwerke an schreibt die Frankfurter Allgemeine faz.net. Trump plant Verfügung für Soziale Medien titelt die Bildzeitung. Trump droht im Konflikt mit Twitter mit Schließung von Online-Netzwerken ist bei web.de nachzulesen. Alle Meldungen bei Google-News-Schlagzeilen heute am frühen Morgen ganz vorne. Scheint also wichtig zu sein.

Wie die angekündigte Trump-Verfügung genau lautet, erfahren wir vielleicht morgen – oder auch nicht. Oder vielleicht knickt der sogenannte Kurznachrichtendienst Twitter ein, bevor der beste Kunde und Promoter der Shitstorm-Latrine sich etwas anderes für seine verbalen Ausscheidungen sucht.

Ob Twitter ohne Trump noch existieren würde oder ob Trump ohne Twitter noch leben würde – wer weiß es – wahrscheinlich ja. Aber Trump wäre wahrscheinlich ohne die sogenannten sozialen Medien nicht Präsident der USA geworden oder zumindest nicht lange geblieben.

Wir wissen, dass Trump kein Freund von Gesichtsmasken und Maulkörben ist. Twitter wohl auch nicht. Man kann gespannt sein, wer wem von den beiden ab morgen einen solchen verpassen wird.

Oder vielleicht sorgen beide auf diesem Wege gegenseitig dafür, dass der jeweils andere in absehbarer Zeit ein Entsorgungsfall sein wird. So könnte Entsorgung unter ästhetischen Aspekten zu einer bemerkenswerten Eleganz gelangen.

Aristoteles hatte wohl recht.

Aber wahrscheinlich klappt es auch diesmal nicht. Shit happens.

Wer JETZT sein Konto bei der Deutsche Bank AG nicht kündigt trägt die Mitverantwortung an den Verbrechen Trumps

Deutsche Bank verweigert Auskunft zu Trump-Geschäften (FAZ-net)

Wenn man kein Konto bei der Deutsche Bank AG hat, kann man kein Konto kündigen.

Wer ein DB-Konto hat und jetzt nicht kündigt, oder eine neue Geschäftsverbindung zur Deutsche Bank AG herstellt, leistet stillschweigende Beihilfe zu den mutmaßlichen Straftaten der Verantwortlichen der Deutsche Bank, die wiederum Beihilfe leisten zu den Verbrechen das amerikanischen Präsidenten und seiner Erfüllungsgehilfen.

Die Einrede „… wir haben nichts gewußt …“ ist nicht zu akzeptieren.

Das gilt für Geschäftskonten als auch für Privatkonten.

Die Weiterführung eines Kontos bei der DB ist in Deutschland wohl noch kein Straftatbestand, aber eine grenzenlose Blamage und Ausdruck eines gravirenden Mangels an Zivilcourage. Letztere hat zurzeit keine gute ‚Konjunktur‘. Aber vielleicht ändert sich die Rechtskultur in Deutschland, so dass die Beihilfe in diesem Sinne ähnlich wie Hehlerei (§ 259 StGB) als Straftat gewertet wird.

Spekulation: Keine Kriegsspiele oder vielleicht doch?

„Trump will keine „Kriegsspiele“ mehr vor Nordkorea“ titelt Zeit-Online am 30.08.2018. (wie sinngemäß auch die meisten anderen Nachrichtenmagazine in Deutschland) Weiter heißt es in dem Artikel:

(…) Es gebe „derzeit keinen Grund, große Summen für gemeinsame Kriegsspiele der USA und Südkoreas auszugeben“, schrieb Trump am Mittwochabend. Nichtsdestotrotz könnten sie [gemeint sind die Militärmanöver] wieder begonnen werden, wenn der US-Präsident sich dazu entschließe, schrieb Trump. „Wenn er das tut, werden sie deutlich größer sein als je zuvor.“ Der US-Präsident betonte aber auch sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un, sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping.

Was ist an dieser Trumpschen Aussage dran „… sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping“? Sollte man den Präsidenten beim Wort nehmen – oder kann man sich eher auf das Gegenteil von dem verlassen, was Trump sagt. Bei einem amerikanischen Präsidenten kommt es auf seine Worte mittlerweile nicht mehr an, denn der Mann merkt ja offensichtlich gar nicht, wenn er die Unwahrheit sagt. Von Lügen darf man ja nur sprechen, wenn eine Täuschungsabsicht beweisbar ist, und ein solcher ‚Beweis‘ ist ja zum Glück grundsätzlich nicht möglich.

Viele Nachrichtenorganisationen vermeiden das Wort [„Lüge“] wegen der Frage der Absicht. Leitende Redakteure glauben, dass es wichtig sei, nachzuweisen, dass jemand wissentlich Falschinformationen verbreitete und zu täuschen beabsichtigte.

US-Verteidigungsminister Mattis hatte im Gegensatz dazu erklärt, es gebe derzeit keine Pläne für ein weiteres Aussetzen der Militärübungen. Welch ein Zufall, dass der von Außenminister Mike Pompeo geplante Besuch in Nordkorea von Trump kurzfristig abgesagt wurde, „… weil es nicht genügend Fortschritte bei der Denuklearisierung gebe“.

Am 27.08.2018 berichtete z. B. Focus-Online (und sinngemäß auch andere Presseorgane): „Nordkorea befürchtet US-Amerikanischen Angriff auf Pjöngjang“.

Natürlich ist Kim Jong Un ein böser Mann (oder doch ein guter Mann, denn Trump hat ja ein gutes Verhältnis zu ihm (?)), – aber könnte es nicht sein, dass er ausnahmsweise einmal doch vielleicht recht behalten wird? Na, wenn es denn tatsächlich so sein sollte, würde dann Trump twittern „… ja selbstverständlich, wir bereiten einen Überraschungsangriff aus Pjöngjang vor – keine Frage! Aber bitte geheim halten!!! Es soll doch eine Überraschung sein. Auch Japan und Südkorea dürfen von dieser Überraschung nichts wissen. Also bitte nicht weitersagen!“. So würde Trump bestimmt antworten.

Er würde vielleicht per Twitter (natürlich in mehreren Tweets) hinzufügen: „… lieber Kim Jong Un, es tut mir aufrichtig leid, wenn wir Pjöngjang bombardieren müssen. Und weil du ja auch ein paar Nuklearwaffen herumliegen hast, müssen wir mit unseren Waffen gründliche Arbeit leisten und können nicht lange herumfackeln, bevor du zurück schießen kannst. Aber bitte habe Verständnis dafür, dass ich jetzt einen kleinen Krieg unbedingt brauche, denn im Moment ist es im Weißen Haus ein wenig ungemütlich. Wenn mich in der nächsten Zeit zu viele meiner alten Freunde verpfeifen, dann könnte es sein, dass ich hier in Washington Schwierigkeiten bekomme und meinen Job verlieren könnte. Ich brauche jetzt unbedingt einen außenpolitischen Erfolg und eine Bedrohung von Außen. Wenn wir nämlich im Krieg sind, kann ich den Sonderermittler Muller und ein paar andere Leute, die diese Hexenjagd betreiben, viel einfacher per Notstandsdekret abservieren. Und wenn es richtig knallt, wird sich hier keiner trauen, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Denn wer sollte diesen Krieg außer mir denn weiter führen? Ich verspreche dir auch, dass ich dir auf dem verstrahlten Gelände von Pjönjang danach einen wunderschönen Golfplatz spendiere. Ehrenwort!“

Natürlich reine Spekulation oder Verschwörungstheorie. Hat mit Tatsachen nichts zu tun.

Nachprüfung im November 2018

Super-Manager aus Köln will Donald Trump nicht mehr beraten

… mal einer aus Deutschland, der eine vernünftige Entscheidung getroffen hat. Focus online berichtet am 24.03.2018:

Goodbye, Mister President!

Ein geborener Kölner kehrt dem mächtigsten Mann der Welt den Rücken: Martin Richenhagen, seit 14 Jahren Chef des in Minnesota ansässigen Landmaschinenherstellers Agco (20.000 Mitarbeiter, 7,4 Milliarden Dollar Umsatz) war so verärgert über die Entlassung von Außenminister Rex Tillerson, dass er aus Trumps Beratergremium zurücktrat: No, thank you! (…)

„Es bringt nichts mehr, sich dort zu engagieren.“

Das Kollegium der egomanen Präsidenten

2017-07-22 Handelsblatt:

Egomanen in der Politik
Was Trump-Gegner von Berlusconi lernen sollten
Silvio Berlusconi und Donald Trump – ihre Ähnlichkeit ist fast erschreckend. Auch ihre Gegner zeigen gleiche Reflexe. Doch als politische Gegenmaßnahmen sind sie untauglich – wie die Ära Berlusconi zeigt. (…)
Was für Berlusconi galt, gilt heute für Trump: Je mehr sich seine Gegner auf ihn einschießen, umso mehr steht er in den Augen seiner Fans als Märtyrer da. Die Ermittler sind ihm auf den Fersen ? Eine politisch motivierte Hexenjagd. Die Journalisten kritisieren ihn? Fake News. Das Drehbuch ist bekannt. Italien lässt grüßen.
Das Kollegium der egomanen Staatslenker (Berlusconi, Kim Jong-Un, Erdogan, Putin, Schröder, Trump …) vergrößert sich. Und die Ähnlichkeiten sind wirklich beeindruckend. Sowohl was die persönlichen Vorlieben angeht, als auch der Politikstil und die Überzeugung der Unfehlbarkeit. (Mit dieser Eigenschaft ist ja auch der Papst gesegnet.) In der Überzeugung der Unfehlbarkeit sind sich die Häuptlinge selbst und deren Diener völlig einig. Dabei spielt die Parteizugehörigkeit und die soziale Herkunft der Herrscher kaum eine Rolle. Sie können aus der rechten oder der linken Ecke der Politik – oder von ‚Unten‘ oder von ‚Oben‘ kommen.
Es stellt sich die Frage, ob es an den speziellen Persönlichkeiten oder den politischen und juristischen Rahmenbedingungen und der Mentalität der von ihnen regierten Bevölkerung liegt, dass sie sich so stabil in ihren Positionen halten können. Allem Anschein gibt es einen sehr starken menschlichen Wunsch nach einer unfehlbaren, unangreifbaren und möglichst unvergänglichen und damit vermeintliche Sicherheit und Gerechtigkeit garantierenden Obrigkeit. Ob diese Obrigkeit im Diesseits oder Jenseits – oder in der Vergangenheit oder der Zukunft angesiedelt ist, das ist eine Geschmacksfrage und hängt davon ab, ob man die Glückseligkeit im Himmel oder auf der Erde erwartet. Gemeinsam ist allen Königen und Propheten, dass es einer Heiligsprechung gleichkommt, wenn man sich in ihrer Nähe aufhalten darf und an ihrem Glanz teilhaben kann. Wofür lohnt sich denn sonst das Leben und woran soll man denn sonst noch glauben.
Hier passen die Feststellungen von Dieter Nuhr, dass Glaube bedeutet, dass man nichts weiß – aber fast sicher ist, … und dass der Unterschied zwischen Glauben und Wahnsinn in der Anzahl der Gläubigen besteht. …
Wer ungläubig ist, ist eben ein Verräter – und verdient keine Gnade.

Ein bisschen schummeln gehört dazu

20.07.2017 Handelsblatt

Deutsche Bank im Fokus des US-Sonderermittlers
Den Managern der Deutschen Bank steht eine brisante Vorladung bevor: Sie erwarten, bald vom US-Sonderermittler zu den Russland-Kontakten der Wahlkämpfer des US-Präsidenten Donald Trump befragt zu werden. (…)

Allerdings geht es längst nicht mehr nur um die Geschäftsbeziehung zu Trump selbst. Denn die Deutsche Bank ist so etwas wie die Hausbank für den gesamten Präsidentenclan. Nach Informationen des Handelsblatts gehören auch Trumps Frau Melania und seine Tochter Ivanka zu den Kunden – und natürlich sein Schwiegersohn und enger Berater Jared Kushner, der sich 285 Millionen Dollar für ein New Yorker Immobilienprojekt geliehen haben soll.

Die Summe floss im Oktober 2016, mitten in der heißen Phase des US-Wahlkampfs. Damals verhandelte die Bank gerade über eine milliardenschwere Strafe für dubiose Immobiliengeschäfte mit dem US-Justizministerium.

Anmerkung: Angenommen es würde bei den Ermittlungen heraus kommen, dass die Deutsche Bank sich nachweisbar wissentlich an illegalen Geschäften mit Trump-Unternehmen beteiligt hat. Würde darauf in Deutschland irgendjemand (außer der ‚Lügenpresse‘) reagieren? Wahrscheinlich doch nicht. Auf jeden Fall wohl nicht die Kunden und Aktionäre des deutschen Geldinstituts. Korruptionsskandale sind ein erwünschtes Werbemittel – die Marke wird bekannter und wohl auch beliebter. Ein bisschen schummeln gehört dazu und erhöht die Spannung – das kennt ja jeder aus dem eigenen Alltag. Die Strafen sind wahrscheinlich schon eingepreist. Deutsche Autos lassen sich ja auch besser denn je verkaufen.

Made in America – das gilt nicht für Trump-Unternehmen

2017-07-17 Frankfurter Rundschau

Von wegen „Made in America“

Ivanka Trump lässt in Asien für ihre Modemarke fertigen – und führt damit die Rhetorik ihres Vaters ad absurdum. In Bangladesch verdienen Textilarbeiter den Mindestlohn von 70 Dollar im Monat oder weniger. (…)

In einer aufwendigen Recherche bei Zollbehörden, Schifffahrtsunternehmen und vor Ort auf drei Kontinenten hat die „Washington Post“ die Herkunftswege von Schuhen, Taschen, Blusen und Kleidern der Ivanka-Trump-Kollektion recherchiert. Das Ergebnis: die Firma der Präsidententochter lässt ihre Produkte praktisch ausschließlich in Asien und Afrika fertigen, wo die Kosten niedrig und die Rechte der Arbeiter gering sind. Es sei nicht möglich, große Kollektionen in den USA herzustellen, erklärt Abigail Klem, die Vorstandschefin des Modelabels bemerkenswert offen: „Es gibt hier die nötigen Arbeiter und auch die Maschinen nicht mehr.“ (…)

18-Stunden-Tage und Schikanen der Manager

Besonders fragwürdig scheint, dass die Firma der Präsidententochter, anders als andere Textilunternehmen, keine unabhängigen Beobachter beauftragt, um die oft katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort zumindest in Ansätzen zu überwachen. Nach eigenen Angaben hat das Trump-Unternehmen lediglich einen Verhaltenskodex, der körperliche Ausbeutung und Kinderarbeit verbietet. Die Zulieferer würden „auf höchstem Niveau“ arbeiten, versichert Firmenchefin Klem. Hingegen berichten Menschenrechtsorganisationen von 18-Stunden-Tagen und Schikanen der Manager in chinesischen Fabriken, die für Ivanka Trump nähen. Als dort vor einigen Wochen Aktivisten gegen die Arbeitsbedingungen protestierten, wurden drei Demonstranten festgenommen.

Ivanka Trump lehnte einen Kommentar zu der Geschäftspraxis ab, die in krassem Widerspruch zur Rhetorik ihres Vaters steht.

Ich kenne die Umsatzzahlen und Umsatzentwicklung der ‚Ivanka-Trump-Kollektion‘ nicht; über einen Zusammenbruch ihres Unternehmens wäre sicher schon berichtet worden, wenn niemand mehr das Zeug kaufen würde. Also gibt es wohl noch genug Damen (und Herren), die sich gerne mit dem ‚Ivanka Trump‘ – Label schmücken und die die Accessoires und diejenigen, die selbige besitzen und tragen, bewundern. Und es gibt genug Zwischenhändler, die mit dem Verkauf der Kollektion Geld verdienen und dazu beitragen, damit Amerika wieder ‚great‘ wird.