Ist Farbenblindheit eine Legitimation zum Lügen?

In dem Spiegel.de-Artikel „Ex-Botschafterin Haley rechnet mit Trump ab“ steht:

(…) Zugleich versuchte Haley, das Verhalten ihres »Freundes« Trump zu erklären: »Wie ich das verstehe, glaubt er aufrichtig, dass ihm Unrecht zugefügt wurde.« Sie verglich Trump mit jemandem, der sage, dass Gras blau sei. »Wenn jemand keine Farben unterscheiden kann und das wirklich glaubt, ist das unverantwortlich?«

(Dass ich die Farbe von Gras unter bestimmten Bedingungen nicht genau erkennen kann, mag sein. Ich bin allerdings sicher, dass Gras – nicht nur unter bestimmten Beleuchtungsverhältnissen – high macht, wenn die Dosierung stimmt.)

Nikki Haley ist immerhin die frühere amerikanische Uno-Botschafterin und laut Spiegelartikel gilt sie als mögliche Kandidatin der US-Republikaner bei der Wahl 2024. Damit wäre sie nicht nur Freundin von Trump, sondern auch (s)eine Konkurrentin 2024. Wie Trump seine Freundschaften konfiguriert kennen wir ja schon von Kim Jong Un.

Man könnte auf die Idee kommen, dass der Trumpismus unter den Republikaner*innen ansteckender ist als Covid-19; ein Impfstoff dagegen ist noch in weiter Ferne, die Übertragung der Infektion scheint auch über größere Entfernungen möglich zu sein, das Virus ist noch nicht identifiziert, geschweige denn sequenziert.

Entscheidend an dem oben erwähnten Zitat ist das Fragezeichen. Es kann so verstanden werden, dass es ein Ausdruck von Verantwortlichkeit ist, etwas falsches zu behaupten, nur wenn man glaubt, dass es zutrifft. Was man glaubt, fällt unter die Kategorie der gesetztlich geschützen Religionsfreiheit und was man sagt, ist durch das Recht auf Narrenfreiheit (dem Recht auf freie Meinungsäußerung) geschützt – nicht nur in Köln. Ein falscher Glaube ist juristisch nicht beweisbar. Aber was ein falscher Glaube genau ist, wissen zumindest manche Vertreter nichtchristlicher Religionsgemeinschaften.

Bei dem Vergleich mit einer farbenblinden Person ist m. E. entscheidend, ob dem betreffenden Menschen bekannt ist, dass er farbenblind ist und ob er diese Erkenntnis als Tatsache anerkennt oder verleugnet.

Die Behauptung, an den Weihnachtsmann zu glauben, kann nicht widerlegt werden. Also ist z. B. Aussage, dass “ … der Weihnachtsmann ein gütiger Mensch ist, zu Sonderkonditionen Spielzeug besorgen kann und im Jenseits zu Hause ist …“ deswegen zutreffend?

Wenn z. B. ein gläubiger Mensch behauptet, dass sein Gebet von einer göttlichen Instanz (oder einer mutmaßlichen Person im ‚Jenseits‘) erhört worden sei, und dass das göttliche Gehör in dieser Angelegenheit durch eine bestätigende Aussage Gottes verifiziert worden sei, kann auch diese Behauptung nicht widerlegt werden, obwohl diese Halluzination im konkreten Einzelfall von der Mehrheit der Weltbevölkerung mutmaßlich nicht geteilt wird. Diese Aussage ist aber nur eine rein statistische Hypothese.

Ich gehe davon aus, dass nicht nur eine verschwindende Minderheit unserer Zeitgenossen bereit und in der Lage ist, unter bestimmten Bedingungen eine sinnähnliche Behauptung – im mutmaßlich vollen Bewusstsein der geistig-seelischen Kräfte und ohne die geringste Annahme einer möglichen Falschaussage – aufzustellen.

Wie sonst erklärt sich, dass es in Deutschland noch so viele Mitbürger*innen gibt, die Kirchensteuer bezahlen? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht nur eine Herausforderung für Frauenverstehr*innen sondern auch für echte Männerversteher*innen!

Bildergebnis für Trump Bibel
Foto: NDR

Selbst Präsidenten von Großmächten nehmen die Bibel in die Hand, um ihren Aussagen Nachdruck zu verleihen – und nicht nur beim Aussprechen des Amtseides.

… Und wehe es kommt jemand daher, der behauptet, das sei alles Kinderkram. Um Gottes Willen! … Gotteslästerung, Hexenjagd, Verstoß gegen das Brauchtum, Diskriminierung von – ja wem denn eigentlich? – also zum Beispiel Minderheiten wie Staatspräsidenten, Päpsten, Propheten, Erzbischöfen und anderen unterprivilegierten Personengruppen …

Ich würde vorschlagen, das Strafrecht und den Strafvollzug ersatzlos abzuschaffen, auch wenn das arbeitsmarktpolitisch nur schwer durchsetzbar wäre. Es macht einfach keinen Sinn mehr. Denn es reicht aus, zu behaupten, dass man nicht an die Strafbarkeit einer Handlung glaubt, um sich selbst zu exkulpieren. Jede weitere Rechtfertigung ist damit entbehrlich. Deshalb erübrigt sich auch eine Selbsbegnadigung des Präsidenten, denn diese hat im Grunde die gleiche Wirkung. Dem Anschein nach glaubt ein großer Anteil der Amerikaner daran – also an die Entbehrlichkeit des Strafrechts (mindestens aber für einen bestimmten Personenkreis) und den Umstand, dass der Glaube ‚Berge versetzt‘.

Was ich allerdings wirklich glaube – ich bin also sicherer, als wenn ich es nur wissen würde – ist, dass es in Deutschand nicht viel anders ist. Nur sagt das keiner laut, aber ich habe es schon mal gehört, obwohl ich auf einem Ohr schwerhörig bin. Und deshalb ist auszuschließen, dass ich mich selbst täuschen könnte.

Ich habe auch gehört, dass es in manchen Ländern noch eine vollziehbare Todesstrafe bei bestimmten Delikten gibt. Das habe ich allerdings nur gehört und gelesen, aber noch nicht selbst erlebt. Vielleicht glaube ich das aber auch nur. Keiner weiß es genau.

PS: Ich glaube ja auch nicht an das Internet. Ich habe nämlich das Internet noch nie wirklich gesehen. Ich habe allerdings immer wieder so ein merkwürdiges Zeug auf meinem Bildschirm, was ich mir gar nicht gewünscht habe. Das kommt mit Sicherheit aus der Hölle. Denn ich habe schon mal gehört, dass es in der Hölle so schlimm ist wie im Internet. Habe ich wirklich gehört! Wo ich das gehört habe, habe ich allerdings vergessen. Ist ja auch egal, Hauptsache es stimmt.

Vielleicht sollte ich mal googeln, ob es die Hölle wirklich gibt. Dann würde ich es auch wirklich glauben.

Unglaublich – also großartig!

Ist Trump dumm oder schlau – oder einfach nur vernünftig?

Der Beitrag ist z. Z. noch in Arbeit …

Über diese Frage habe ich in den letzten Jahren mit verschiedenen Leuten diskutiert. Leider ist es bisher keinem Sterblichen gelungen, dem Amerikanischen Präsidenten (oder irgend einem anderen Zeitgenossen) in den Kopf zu schauen. Ob diese Frage mit einem Intelligenztest zuverlässig zu beantworten ist, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls wird Trump sich einem solchen Test freiwillig mutmaßlich nicht unterziehen … und der Rest der Weltbevölkerung setzt die Spekulationen über diese Frage unentwegt fort. Womit soll man sich denn sonst auch die Zeit vertreiben.

Vor gut drei Jahren gab es eine sehr kontroverse Diskussion um die Frage, ob Trump unter einer psychischen Störung mit Krankheitswert leide. Verschiedene amerikanische Fachgesellschaften haben sich zu dieser Frage sehr kontrovers geäußert und um Sinn oder Unsinn der Goldwater-Regel gezankt. In meiner Hilflosigkeit habe ich mich auch an dieser Diskussion mit einem Beitrag (vom 09.10.2017, geringfügig überarbeitet am 09.05.2018) beteiligt.

Wer nichts anderes zu tun hat, kann ja mal nachlesen: Ist Trump verrückt?

Diese Diskussion ist mittlerweile im Sande verlaufen und hat zu keinerlei Lösung irgendeines Problems geführt. Trump ist so wie er ist und so ist das. Punkt. Er wäre sogar fast wieder gewählt worden – und wenn man ihn selbst reden hört, hat er die Wahl ja auch mit überwältigender Mehrheit erdrutschartig gewonnen.

Dass er einfach nur dumm ist kann ich nicht wirklich glauben, dass er aber besonders schlau ist auch nicht. Das ist wirklich eine dumme Sache!

Jedenfalls halte ich ihn nicht für zu dumm, um mit seinem Nuclear football herum zu spielen. Und ich glaube auch nicht, dass er so dumm ist zu glauben, dass das Ding nicht funktioniert.

Ich nehme zur Kenntnis, dass er schlau genug ist, sehr genau zu wissen,

  • wie man 74,22 Millionen Personen dazu bringen kann, ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel vor den Namen Trump zu setzen, obwohl …
  • wie man die Deutsche Bank dazu bringen kann, ihm ca. 300.000.000 Dollar zu leihen, obwohl nicht damit zu rechnen war, dass er das Geld freiwillig zurückzahlt
  • wie man am laufenden Band Minister von ihren Posten entfernt und immer wieder Leute findet, die sich auf diese Schleudersitze setzen
  • wie er Herrn Kim Jong Un aus Nordkorea als seinen Freund bezeichnen kann („Eine Freundschaft, die scheinbar alles übersteht„) und diesen Freund dazu bringt, 12 Tage vor dem Ende seiner Präsidentschaft zu verkünden „USA größter Feind (…) Die USA besiegen“ …Kim Jong Un droht USA mit neuen Atomwaffen… (09.01.2021)
  • wie er bestimmte Personen dazu bringt, ihm eine Vorlage zu liefern, so dass er so tun kann, als hätte er nichts gesagt und nicht gewusst
  • dass er nach dem Auszug aus dem Weißen Haus länger als Beschuldigter in Gerichtssälen sitzen muss, als auf Golfplätzen mit kleinen Bällchen spielen zu dürfen
  • dass er mutmaßlich jetzt schon weiß, wer ihm im Ernstfall Asyl gewähren wird und wann es tunlich ist, sich aus dem Staub zu machen
  • ( …)

Ich behaupte, Trump ist weder besonders dumm noch besonders schlau. Er ist aber extrem zielstrebig und kompromisslos in der Verfolgung seiner eigenen Ziele und Strategien und er kommuniziert und handelt in diesem Sinne extrem ‚vernünftig‘. Und er schafft es, viele schlaue und vernünftige Zeitgenossen dazu zu verführen, ihn für saublöd und unvernünftig zu halten und die ihn deshalb in seiner Delinquenz grob unterschätzen.

Oft wird behauptet, Trump habe kein Konzept. Ich behaupte, er hat ein ganz klares – einfach gestricktes – Konzept, um seine eigenen Ziele zu Lasten anderer zu erreichen, aber er verrät es keinem oder er behauptet das Gegenteil. Das ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes. Viele Leute glauben es einfach nicht, weil sie dieses simple Konzept einfach nicht wahrhaben wollen.

Die anderen haben es verstanden und finden es genial; und dafür muss man nicht besonders schlau sein – aber auch nicht all zu dumm.

Ich würde dieses Konzept mit der Überschrift überschreiben:

„Ausbeutung in Reinkultur ohne Rücksicht auf Verluste“

„America first“ ist die untrügliche Kurzformel dieses Konzeptes und sie bedeutet genauer „Wir zuerst“ oder noch genauer „Ich zuerst“ und im Übrigen:“Ich bin doch nicht blöd“.

Die Hälfte der amerikanischen Wähler hat das einfache Muster verstanden.

Die Dummheit vieler Zeitgenossen besteht vielleicht in der unbeugsamen Annahme, dass ein (gewählter) Politiker ein politisches Konzept im Interesse seiner Untertanen haben müsse, und dass ein Politiker das sagt, was er denkt. Die Illusion, dass ein Politiker das denkt was er sagt, halte ich für einen tragischen Trugschluss. Ein Politiker hat nur Erfolg, wenn er ständig darüber nachdenkt, wie er Wählerstimmen einfangen kann, denn wenn er nicht genug Wählerstimmen bekommt, wird oder bleibt er kein Politiker. Auch ganz einfach. Punkt.

Es wäre vielleicht schlauer anzunehmen, dass sehr viele Politiker (oder wahrscheinlich alle Kandidaten, die sich zu irgendeiner Wahl stellen) ganz andere Motive haben, als die, die ihre Wähler sich wünschen.

Trump wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden …


…. und zwar voraussichtlich noch vor Covid-19. Es sei denn, Trump ließe sich in den nächsten Tagen noch etwas einfallen. Nicht nur das „China-Virus“ Covid-19, auch Trump ist gut für Überraschungen, mit denen keiner gerechnet hätte.

Vielleicht steigt Trump aber kurz vor der Vereidigung von Biden einfach nur mit seinem Nuclear Football in seine Air Force One und fliegt nach Moskau, wo ihm ja schon politisches Asyl angeboten worden sein soll. Und Trump könnte sein Flugzeug und den Fußball ja Putin zur Überraschung als Gastgeschenk gleich dalassen. Da würde Putin sicher nicht нет Спасибо [nein danke] sagen.

Die Frage ist, ob dann das „Amerika-Virus“ AMERIKA FIRST seine Virulenz verlieren würde.

Vielleicht gibt es irgendwann einen Impfstoff gegen

AMERIKA FIRST-Trumpismus.

Wer weiß, wie lange es dauert, bis ein solcher Impfstoff zulassungsreif ist.

Friedrich Merz – der deutsche Trump!

ganz in der Tonlage von Donald Trump:

„Merz sieht sich als Opfer einer CDU-Verschwörung“ titelt t-online.de .

„Teile des Parteiestablishments wollen mich als Parteichef verhindern titelt zeit.de

Es geht dem politischen ‚Quereinsteiger‘ um nichts anderes als seine persönliche Macht! Natürlich völlig selbstlos.

Ich hoffe, dass die deutschen Wähler die Tonlage des Populisten Merz erkennen. Und wir sollten darauf achten, mit welchen Kommentaren seine Fans reagieren!

Ich bin sicher, dass Merz die Sprache der Biertischproleten aufgreifen wird – und die fühlen sich dann endlich verstanden.

Ich sehe schwarz!

Die Zeit wird zeigen, ob ich ein ‚Schwarzseher‘ bin oder doch ein Realist.

Trump oder Covid-19-Virus – wer verschwindet zuerst?

Spiegel.de meldete am 01-07-2020 um 22:41 Uhr:

„… Trotz eines dramatischen Anstiegs der täglichen Neuinfektionen in den USA glaubt Präsident Donald Trump weiter an das Verschwinden des Coronavirus. Die Wirtschaft werde sich bald wieder erholen und

das Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden“

sagte Trump im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox Business. (…)“

Ich behaupte:

Trump wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden

Die entscheidenden Fragen sind:

Wer verschwindet zuerst?

Was kostet es, Trump und Covid-19 zum Verschwinden zu bringen und wer soll das bezahlen?

Was haben Trump und Covid-19 gemeinsam?

  1. Beide sind nicht nur lästig, sondern sie bedrohen beide nach vielfältigen, aber sehr divergenten Hypothesen die gesamte Weltordnung.
  2. Es ist weder bewiesen noch widerlegt, dass Trump und Covid-19 in einem chinesischen biotechnischen Hochsicherheitslabor erzeugt worden sind, auch wenn es für diesen Verdacht viele Argumente gibt.
  3. Beide sind mit Hydroxychloroquin nicht zu beseitigen.
  4. Beide dominieren seit Jahresbeginn sämtliche Medien und Presseorgane.
  5. Die Weltbevölkerung spekuliert ständig mit zweifelhaftem Erfolg darüber, wie Covid-19 und Trump sich in nächster Zeit verhalten.
  6. Beide stehen über dem Gesetz. Weder Trump noch Covid-19 halten sich an Rechtsvorschriften.
  7. Beide verfolgen einen imperialistischen Anspruch der Beherrschung der Welt.
  8. Beide bringen die Notenbanken dazu, unbeschränkt Geld zu drucken.
  9. Beide sorgen dafür, dass Politiker, Verschwörungstheoretiker und Wissenschaftler immer öfter übereinander schimpfen, bevor sie miteinander sprechen.
  10. Viele Menschen meinen, dass beide eigentlich längst verschwunden sein sollten, was aber unbestritten nicht der Fall ist.

Was unterscheidet Covid-19 von Trump?

  1. Covid-19 ist im Gegensatz zu Trump mit bloßem Auge unsichtbar.
  2. Covid-19 hat es geschafft, sich ohne Twitter-Account in noch kürzerer Zeit als Trump in den medialen Vordergrund zu bringen.
  3. Covid-19 lässt sich im Gegensatz zu Trump nicht durch Meinungsumfragen beeindrucken.
  4. Covid-19 braucht im November 2020 nicht wieder gewählt zu werden.
  5. Trump sorgt dafür, dass immer mehr Menschen auf die Straße gehen; Covid-19 sorgt dafür, dass immer mehr Menschen zuhause bleiben.

Falls einer von beiden ‚irgendwann gewissermaßen einfach‚ verschwinden sollte – was macht der Verbliebene ohne den Zuerst-Verschwundenen?

Und was macht die Weltbevölkerung, wenn ‚irgendwann gewissermaßen einfach‚ beide verschwunden sind?

Man kann es sich einfach nicht vorstellen.

Spekulation: Keine Kriegsspiele oder vielleicht doch?

„Trump will keine „Kriegsspiele“ mehr vor Nordkorea“ titelt Zeit-Online am 30.08.2018. (wie sinngemäß auch die meisten anderen Nachrichtenmagazine in Deutschland) Weiter heißt es in dem Artikel:

(…) Es gebe „derzeit keinen Grund, große Summen für gemeinsame Kriegsspiele der USA und Südkoreas auszugeben“, schrieb Trump am Mittwochabend. Nichtsdestotrotz könnten sie [gemeint sind die Militärmanöver] wieder begonnen werden, wenn der US-Präsident sich dazu entschließe, schrieb Trump. „Wenn er das tut, werden sie deutlich größer sein als je zuvor.“ Der US-Präsident betonte aber auch sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un, sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping.

Was ist an dieser Trumpschen Aussage dran „… sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping“? Sollte man den Präsidenten beim Wort nehmen – oder kann man sich eher auf das Gegenteil von dem verlassen, was Trump sagt. Bei einem amerikanischen Präsidenten kommt es auf seine Worte mittlerweile nicht mehr an, denn der Mann merkt ja offensichtlich gar nicht, wenn er die Unwahrheit sagt. Von Lügen darf man ja nur sprechen, wenn eine Täuschungsabsicht beweisbar ist, und ein solcher ‚Beweis‘ ist ja zum Glück grundsätzlich nicht möglich.

Viele Nachrichtenorganisationen vermeiden das Wort [„Lüge“] wegen der Frage der Absicht. Leitende Redakteure glauben, dass es wichtig sei, nachzuweisen, dass jemand wissentlich Falschinformationen verbreitete und zu täuschen beabsichtigte.

US-Verteidigungsminister Mattis hatte im Gegensatz dazu erklärt, es gebe derzeit keine Pläne für ein weiteres Aussetzen der Militärübungen. Welch ein Zufall, dass der von Außenminister Mike Pompeo geplante Besuch in Nordkorea von Trump kurzfristig abgesagt wurde, „… weil es nicht genügend Fortschritte bei der Denuklearisierung gebe“.

Am 27.08.2018 berichtete z. B. Focus-Online (und sinngemäß auch andere Presseorgane): „Nordkorea befürchtet US-Amerikanischen Angriff auf Pjöngjang“.

Natürlich ist Kim Jong Un ein böser Mann (oder doch ein guter Mann, denn Trump hat ja ein gutes Verhältnis zu ihm (?)), – aber könnte es nicht sein, dass er ausnahmsweise einmal doch vielleicht recht behalten wird? Na, wenn es denn tatsächlich so sein sollte, würde dann Trump twittern „… ja selbstverständlich, wir bereiten einen Überraschungsangriff aus Pjöngjang vor – keine Frage! Aber bitte geheim halten!!! Es soll doch eine Überraschung sein. Auch Japan und Südkorea dürfen von dieser Überraschung nichts wissen. Also bitte nicht weitersagen!“. So würde Trump bestimmt antworten.

Er würde vielleicht per Twitter (natürlich in mehreren Tweets) hinzufügen: „… lieber Kim Jong Un, es tut mir aufrichtig leid, wenn wir Pjöngjang bombardieren müssen. Und weil du ja auch ein paar Nuklearwaffen herumliegen hast, müssen wir mit unseren Waffen gründliche Arbeit leisten und können nicht lange herumfackeln, bevor du zurück schießen kannst. Aber bitte habe Verständnis dafür, dass ich jetzt einen kleinen Krieg unbedingt brauche, denn im Moment ist es im Weißen Haus ein wenig ungemütlich. Wenn mich in der nächsten Zeit zu viele meiner alten Freunde verpfeifen, dann könnte es sein, dass ich hier in Washington Schwierigkeiten bekomme und meinen Job verlieren könnte. Ich brauche jetzt unbedingt einen außenpolitischen Erfolg und eine Bedrohung von Außen. Wenn wir nämlich im Krieg sind, kann ich den Sonderermittler Muller und ein paar andere Leute, die diese Hexenjagd betreiben, viel einfacher per Notstandsdekret abservieren. Und wenn es richtig knallt, wird sich hier keiner trauen, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Denn wer sollte diesen Krieg außer mir denn weiter führen? Ich verspreche dir auch, dass ich dir auf dem verstrahlten Gelände von Pjönjang danach einen wunderschönen Golfplatz spendiere. Ehrenwort!“

Natürlich reine Spekulation oder Verschwörungstheorie. Hat mit Tatsachen nichts zu tun.

Nachprüfung im November 2018

Trump hält Präsidentschaft auf Lebenszeit für eine gute Idee

… titel zeit-online am 04.03.2018.

… Über seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping sagte der 71-Jährige [Trump] dem Sender zufolge: „Er ist jetzt Präsident auf Lebenszeit. Und er ist großartig. Und seht mal, er hat es geschafft, das zu tun. Ich glaube, das ist großartig. Vielleicht sollten wir das eines Tages auch mal versuchen. …

Wenn Trump 100 Jahre alt wird, dann dauert seine Amtszeit noch bis zum 14.06.2046.

… Und in der Tat, es ist ja zum Heulen.

schreibt Michael Nauman, Herausgeber der ‚Zeit‘ 2001 – 2010, als letzten Satz in seinem Artikel unter dem Titel: Die Tränen von Melania  am 21.02.2018.

Lesenswerte Zusammenfassung der Personalie Trump!

Auch wenn der Titel zunächst nach Regenbogenpresse klingt, bringt Michael Naumann das Drama der amerikanischen Präsidentschaft auf den Punkt.

Allerdings: die Schlussfolgerung ‚… Und in der Tat, es ist ja zum Heulen‘ ist die, die Trump in die Hände spielt. Heulen und sonst nichts tun – und Trump kann weitermachen so wie er schon den Wahlkampf begonnen hat.

Aus den Reaktionen von Nordkorea und China auf die aktuell angekündigten ‚Sanktionsmaßnahmen‘ der USA gegen Nordkorea kann man lernen, dass ein ‚Boykott der Unterstützer‘ mindestens für ernsthafte Irritationen sorgt – und wenn er von vielen unterstützt wird, wahrscheinlich auch eine Wirkung hat.

Das könnte jeder Zeitgenosse – also auch DU – tun, wenn er sich im Sinne unserer Kampagne die Mühe machen würde. Also – lies dir: Warum diese Kampagne jetzt einmal genau durch.

Wenn du kritische Anmerkungen dazu hast – bitte beteilige dich an der Diskusssion in unserem Blog!

 

‚America first‘ – ernst gemeint?

Der Leitspruch von Donald Trump “America First“ ist nicht neu. Die entscheidende Frage ist: Ist dieser Spruch des Präsidenten ernst zu nehmen oder nicht? Und wenn dieser Spruch ernst zu nehmen ist und man sich erlaubt, weiter zu denken, dann ergibt sich daraus schlüssig die Frage: was kommt denn danach, wenn Amerika zuerst dran ist? Kommt dann der Rest der Welt – oder nichts mehr?

Ich bin der Ansicht, dass mit der Wortkombination ‚America first‘ ein „imperialistischer Weltherrschaftsanspruch“ im wahrsten Sinne des Wortes gemeint ist. Das klingt nach dem Sprechtenor linker Marxisten aus den 70ger Jahren; aber dieser Anspruch scheint nun Wirklichkeit zu werden. Die konkret beobachtbare Entwicklung der Präsidentschaft des Donald Trump legt dies nicht nur nahe, sondern sie beweist es.

Viele glaubten anfangs, der präsidiale Clown mit der ‚Pommestolle‘ sei ein verrückter, der über Twitter nur hohle Sprüche ablässt, die doch nicht ernst zu nehmen seien. Es hat sich zwar gezeigt, dass Trump als Regierungschef vergleichsweise erfolglos ist, auf dem parlamentarischen Weg in den USA vernünftige Gesetze durchzusetzen. Das braucht Trump offenbar aber auch gar nicht, denn er verändert die Welt unter Umgehung parlamentarischer Abstimmungen durch einseitig verfasste unabgestimmte Dekrete. Und (!) indem der korrupten und servilen ‚Geldhaien‘ [der sog. Wirtschaftselite] einerseits und dem Mob der ‚looser‘ [den Verlierern; seiner Wahl-Anhängerschaft] in dieser Welt andererseits Reichtum und Wohlstand verspricht. Wenn das alles wäre, dann konnte man sich ruhig zurücklegen, denn diese Versprechungen, dass Geld mit der Gießkanne verteilt werden kann, ohne dass jemand die Rechnung dafür bezahlen muss oder dafür etwas tun muss, ist sowieso nicht haltbar – die Verlierer dieser Wundertaten wird es auf jeden Fall geben.

Wir sollten uns das Beziehungsmodell, nach dem Trump verfährt, ernsthaft zu Gemüte führen. Den Spruch „ …you are fired …“ hat Trump nicht nur einmal mit Stolz verkündet. Das bedeutet, dass jeder, der ihm im Weg steht, nicht loyal ist und sich ihm nicht unterwirft, einfach aus dem Weg geräumt wird. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Gezeigt hat Trump dies in seinem unmittelbaren Nahfeld, der Personalpolitik im Weißen Haus, in seinem Kabinett und mit den Geheimdienstchefs. Dabei ist es ihm offenbar völlig gleichgültig, ob die Leute, die er abräumt vorher seine ‚Freunde‘ waren oder ihm nur rückwärts in seinen Verdauungskanal gekrochen sind. Es hat den Anschein als würde Trump zwischen diesen beiden Personengruppen nicht unterscheiden (können oder wollen). Banon ist ein Musterbeispiel für dieses Beziehungskonzept.

Es gibt nach meiner Vorstellung keinen Grund anzunehmen, dass Trump mit den Staaten und Nationen, die nicht USA heißen, anders verfährt als mit den Personen in seinem unmittelbaren Umfeld, selbst wenn diese beteuern froh zu sein, dass sie ihm dienen können.

Wie spricht Donald Trump (im O-Ton) über Beziehungen zu anderen Personen, mit denen er persönlichen Kontakt hat? (eigene Mitarbeiter, amerikanische Behördenchefs, Staatschefs anderer Länder, Fotomodelle oder Prostituierte – von Migranten gar nicht zu reden, aber mit denen hat Trump wahrscheinlich selbst noch nie gesprochen). Er spricht von „großartigen Menschen und wunderbaren Beziehungen“ um wenige Atemzüge später die betreffenden Personen abzuwerten und auf peinlichste Weise zu beleidigen. Die Haltbarkeit seiner Zuschreibung einer grandiosen Beziehungsqualität an andere Personen ist extrem kurz und völlig unkalkulierbar. Und so scheint er es auch mit Verträgen zu halten; die cancelt  er mit einem Federstrich, ohne sich für die Interessen anderer zu interessieren. Und dies nicht nur auf der nationalen, sondern auch auf der internationalen Ebene. Beispiele kann man der Presse entnehmen.

Es wundert mich immer wieder, dass die Weltöffentlichkeit das nicht merkt.

Die Ankurbelung des Wettrüstens, begleitet mit einer martialischen Kriegsrhetorik, ist nicht nur Theaterdonner, sondern offenbar Realität. Die aktuellen Meldungen über die Bereitstellung ‚kleiner‘ taktischer Nuklearwaffen kann man doch nicht ernsthaft als Abrüstungsbemühungen ansehen.

Donald Trump auch keinerlei Hemmungen, sich mit den anderen Mächten anzulegen – ob es Großmächte wie China oder Russland sind, oder kleine Staaten, die sich gar nicht wehren können –  und diese ohne Not in Verlegenheit zu bringen. Ich halte es für ausgeschlossen, dass Trump – solang er seinen bisherigen Posten behält – es zulassen wird, dass die anderen Großmächte in irgendeiner Subdisziplin die Nummer 1 sind, ohne dass er diesen ‚gegen das Schienbein tritt‘. Dies würde dem Grundsatz „America First“ widersprechen, und das wird nicht gefallen

Das Ausbeutungsschema von Donald Trump ist unvorstellbar simpel. Dieses für eine Verschwörungstheorie zu halten, halte ich für höchst gefährlich, wenn man sich die Entwicklung der letzten 12 Monate anschaut.

Sprüche wie ‚Es wird nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird‘ oder ‚Hunde die bellen beißen nicht‘  sind manchmal einfach falsch. Wenn der Hund gebissen hat, nützt es einfach nichts mehr, wenn man behauptet der Hund habe doch gebellt.

US-Präsident im Führungscheck

Ulrich Goldschmidt, Vorstands-Vorsitzender des Berufsverbandes „Die Führungskräfte“ (DFK) in Essen fasst die Führungsqualitäten von Donald Trump im manager magazin zusammen. Der Jurist Goldschmidt ist Spezialist für Führungsfragen, Vergütung und Corporate Governance. Außerdem ist er Ansprechpartner für die Sprecherausschüsse der Leitenden Angestellten sowie Berater und Coach für Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder.

Der Artikel ist eine sehr lesenswerte Beschreibung der Führungsqualitäten von Donald Trump nach einem Jahr Präsidentschaft.

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen!!  ⇒ manager magazin