White House, die Vermarktungsagentur der Marke Trump

2017-03-27 t-online.de

Für den Konzern des Präsidenten

Trump-Söhne wollen jede Menge Hotels bauen

Die Anzahl der Trump-Hotels könnte in den kommenden Jahren von gut einem Dutzend auf mehr als Einhundert wachsen. „Es geht volle Kraft voraus. Das liegt in unserer DNA. Das liegt in der DNA der Trump-Jungs“, sagt Eric Danziger. (…)

Kritiker sind dennoch empört, denn die Gefahr der indirekten Einflussnahme auf das Weiße Haus ist enorm. Für Richard Painter, der unter dem früheren US-Präsidenten George W. Bush einst als Ethikanwalt arbeitete, steckt jedoch etwas ganz anderes hinter den Expansionsplänen: „Das ist eine neue Version von ‚pay-to-play‘ – steigt hier ein und macht Geschäfte mit der Trump Organization“. Der in die Politik gewechselte Milliardär Trump ist schließlich nach wie vor Eigentümer des Konzerns. Und was besonders heikel ist: Anders als etwa bei der Unterstützung eines Wahlkampfs gibt es in diesem Fall keine finanziellen Obergrenzen – und vor allem keine Pflicht zur Offenlegung. (…)

Kurz vor seiner Amtseinführung im Januar kündigte Trump dann aber an, sein Unternehmen werde „keine neuen Geschäfte im Ausland“ abschließen, solange er Präsident sei, um die Gefahr einer Einflussnahme auf die US-Politik zu verhindern. Das hält seine Familie aber nicht davon ab, bereits angestoßene Projekte weiter voranzutreiben.

Na gut, dass die Familienmitglieder des Präsidenten wenigstens Büros im Weißen Haus bekommen. Dann sind die Wege wenigstens nicht so weit. Dafür lädt Trump ja immerhin ausländische Staatspräsidenten zum Golfspielen in seine Privatresidenz in Florida ein. Eine Hand wäscht die andere. Great deal!

China ist auch ein großer Markt für Trumps Hausmarke

n-tv 09.03.2017

… Wie der Sender CNN berichtet, hat die chinesische Regierung vorläufig grünes Licht für insgesamt 35 Markenrechte gegeben, die sich auf den Namen Trump beziehen …

… Spätestens seit Trumps Wahlsieg im November sind in China Produkte mit dem Namen „Trump“ ein Kassenschlager. Besonders populär ist der Name von Trumps Tochter Ivanka. …

Welcher Diplomat kann es sich leisten, nicht in einem Trump-Hotel abzusteigen?

Unsere Hypothese, dass Trump seine Präsidentschaft (ausschließlich?) dazu nutzt, um seine private Eigenmarke ‚Trump‘ zu vermarkten findet neue Nahrung. Siehe: n-tv: 09.03.2017

Diplomaten, amerikanische Regierungsbeamte aus anderen Bundesstaaten und Regionen, ausländische Staatsgäste und andere Personen, die glauben, vom Wohlwollen des Präsidenten profitieren zu können, werden wohl tunlichst im Washingtoner Trump-Hotel übernachten. Trump wird sicher ab und zu einen Blick auf die Buchungsliste seiner Herberge werfen. Die Mieten zugunsten des Hotels zahlen dann z. B. amerikanische Regierungsstellen und Behörden, ausländische Regierungen und Lobby-Organisationen.

„great deal“

Wer bei der Konkurrenz bucht, dem könnte die Launen des Präsidenten unter Umständen nicht gut bekommen.