Made in America – das gilt nicht für Trump-Unternehmen

2017-07-17 Frankfurter Rundschau

Von wegen „Made in America“

Ivanka Trump lässt in Asien für ihre Modemarke fertigen – und führt damit die Rhetorik ihres Vaters ad absurdum. In Bangladesch verdienen Textilarbeiter den Mindestlohn von 70 Dollar im Monat oder weniger. (…)

In einer aufwendigen Recherche bei Zollbehörden, Schifffahrtsunternehmen und vor Ort auf drei Kontinenten hat die „Washington Post“ die Herkunftswege von Schuhen, Taschen, Blusen und Kleidern der Ivanka-Trump-Kollektion recherchiert. Das Ergebnis: die Firma der Präsidententochter lässt ihre Produkte praktisch ausschließlich in Asien und Afrika fertigen, wo die Kosten niedrig und die Rechte der Arbeiter gering sind. Es sei nicht möglich, große Kollektionen in den USA herzustellen, erklärt Abigail Klem, die Vorstandschefin des Modelabels bemerkenswert offen: „Es gibt hier die nötigen Arbeiter und auch die Maschinen nicht mehr.“ (…)

18-Stunden-Tage und Schikanen der Manager

Besonders fragwürdig scheint, dass die Firma der Präsidententochter, anders als andere Textilunternehmen, keine unabhängigen Beobachter beauftragt, um die oft katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort zumindest in Ansätzen zu überwachen. Nach eigenen Angaben hat das Trump-Unternehmen lediglich einen Verhaltenskodex, der körperliche Ausbeutung und Kinderarbeit verbietet. Die Zulieferer würden „auf höchstem Niveau“ arbeiten, versichert Firmenchefin Klem. Hingegen berichten Menschenrechtsorganisationen von 18-Stunden-Tagen und Schikanen der Manager in chinesischen Fabriken, die für Ivanka Trump nähen. Als dort vor einigen Wochen Aktivisten gegen die Arbeitsbedingungen protestierten, wurden drei Demonstranten festgenommen.

Ivanka Trump lehnte einen Kommentar zu der Geschäftspraxis ab, die in krassem Widerspruch zur Rhetorik ihres Vaters steht.

Ich kenne die Umsatzzahlen und Umsatzentwicklung der ‚Ivanka-Trump-Kollektion‘ nicht; über einen Zusammenbruch ihres Unternehmens wäre sicher schon berichtet worden, wenn niemand mehr das Zeug kaufen würde. Also gibt es wohl noch genug Damen (und Herren), die sich gerne mit dem ‚Ivanka Trump‘ – Label schmücken und die die Accessoires und diejenigen, die selbige besitzen und tragen, bewundern. Und es gibt genug Zwischenhändler, die mit dem Verkauf der Kollektion Geld verdienen und dazu beitragen, damit Amerika wieder ‚great‘ wird.

Hoffnungsträgerin Merkel – als Kanzlerin abgewirtschaftet! Schade

2017-04-25: welt.de

Gipfeltreffen der zwei mächtigsten Frauen der Welt

Die Tochter von Donald Trump, Ivanka Trump, folgt einer offiziellen Einladung der Kanzlerin nach Berlin, zum Women20-Gipfel. Die 35-Jährige hat im Weißen Haus ganz offiziell eine Beraterrolle inne.

2017-04-25: welt.de

Merkel und Ivanka Trump bei Gipfel zur Stärkung von Frauen

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt gemeinsam mit der Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, heute in Berlin an einem internationalen Gipfel zur Stärkung von Frauen teil. (…)

2017-04-27: Schwäbische.de

(…) Merkel jedenfalls messe der Diskussion mit Ivanka „große Bedeutung“ bei, sagte Vizeregierungssprecher George Streiter am Montag. Bei der Gelegenheit widersprach er der Erklärung des Weißen Hauses, Ivanka Trump reise „auf direkte Einladung der Kanzlerin“ nach Berlin: Die Einladung sei nicht von Merkel gekommen, sondern vom Verband der Unternehmerinnen. (…) Unterdessen hat US-Präsident Trump in Washington in höchsten Tönen seine Zusammenarbeit mit Merkel gelobt.

Entweder merkt es niemand oder keiner will es wahrhaben: Es geht doch auch hier wieder nur um eine Marketingveranstaltung für die Marke ‚Trump‘. Und Merkel macht so etwas mit. Und dafür eignet sich wohl auch das Thema Gender und ‚Frauenrechte‘.

Persönliche Anmerkung: Mit der Politik der Kanzlerin im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wurde Merkel für mich ernsthaft wählbar, obwohl eine (Regierungs-)Partei, die den Namen „Christlich demokratische Union Deutschlands“ trägt, für mich genauso unakzeptabel ist wie eine politische Partei, die sich mit der Bezeichnung „Islamische demokratische Union Deutschlands“ schmücken würde. Ich habe der Kanzlerin bislang unterstellt, dass sie ihr politisches Amt – im Gegensatz zu der Mehrheit der vergleichbaren Amtsträger – nicht zu ihrer verdeckten oder offenen persönlichen wirtschaftlichen Vorteilsnahme missbraucht. Diese Einschätzung war mutmaßlich falsch. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie nach Ihrer Abwahl als Kanzlerin einen Job als Marketingberaterin im Trump-Konzern angeboten bekäme und diesen auch freudig annehmen würde. Auch das sogenannte Frauenthema eignet sich zum Verrat am Anliegen der Benachteiligten, wenn privilegierte Frau daraus einen wirtschaftliche Vorteil schöpfen kann.

Vielleicht ist es aber auch so, dass die deutschen Weibchen sich mehrheitlich vielmehr dafür interessieren, wo man welches Täschchen mit dem richtigen Label und sonstigen Kram, den keine braucht bekommt, als dass Frau sich mit den Grundrechten und deren Durchsetzung – auch für die Nicht-Unternehmerinnen – befasst.

Man wird es an der Umsatzentwicklung des Trump-Labels in Deutschland in nächster Zeit erkennen können.

Ist nicht so gemeint? Doch, ist so gemeint! Sehr ernüchternd! Sorry, ich bin nur ein Mann, könnte aber auch kotzen.

 

Nicht die gleiche, aber eine ähnliche Idee aus Mexiko

Mexiko ruft Bauunternehmen zum Boykott auf

2017-03-20 Spiegel-Online

Hier ruft die mexikanische Regierung zum Boykott auf:

Mexikos Außenminister Luis Videgaray appellierte an die Unternehmen seines Landes, ihre Entscheidungen zu überdenken. „Alle Unternehmen, die hier eine wirtschaftliche Chance sehen, sollten ihr Gewissen überprüfen. Wir sprechen beim Bau der Mauer nicht über Ökonomie, sondern über einen zutiefst unfreundlichen Akt zwischen zwei Nationen“, sagte Videgaray.

Unser Boykott geht allerdings in eine andere Richtung: Wir boykottieren die Unternehmen, die mit ‚Trump-Unternehmen‘ kooperieren. Mit unseren eigenen Kaufentscheidungen! Und – wer mitmacht – veröffentlicht seine konkrete Boykottentscheidung.

Wir wollen nicht, dass es bei Aufrufen bleibt, die im Nebel verhallen.