Völlig selbstlos – die wohltätige Trump-Familie

2017-07-22 Spiegel-online

Trumps Schwiegersohn übersah zehn Millionen Dollar

(…) Kushner korrigierte seine Angaben dabei um mehr als 70 Positionen, die er zuvor „aus Versehen“ vergessen habe. Insgesamt belaufen sich die Ergänzungen auf mindestens zehn Millionen Dollar.

Damit summiert sich der Wert von Kushners früheren und aktuellen Investments in verschiedene Objekte auf rund 800 Millionen Dollar, berichtet die „Washington Post“ mit Verweis auf das aktualisierte, offizielle Dokument. Ein Großteil davon sei noch immer in Kushners Hand. (…)

Ivanka Trump verdiente fünf Millionen Dollar in 84 Tagen

Neben Kushner arbeitet seit März auch seine Ehefrau Ivanka Trump für das Weiße Haus. Vor der Übernahme ihrer offiziellen Jobs sagten beide zu, aus ihren Firmen auszuscheiden. Kushner gab insgesamt 266 Positionen in Unternehmen ab, Ivanka Trump legte der „Washington Post“ zufolge 292 Positionen nieder. (…)

Kushner und seine Frau füllen jeweils eigene Erklärungen aus, in denen sie ihre finanziellen Verbindungen offenlegen. Ivanka Trumps Dokument wird aktuell noch von den US-Behörden gesichtet. Erste Veröffentlichungen lassen jedoch auch bei ihr auf Besitztümer im Wert von mindestens 66 Millionen Dollar schließen, im vergangenen Jahr verdiente sie demnach mindestens 16,5 Millionen Dollar mit verschiedenen Unternehmen. Darin enthalten sind mehr als 2,4 Millionen Dollar, die ihr das neue Trump Hotel in der Nähe des Weißen Hauses einbrachte.

Laut einem ebenfalls am Freitag veröffentlichten, offiziellen Bericht verdiente Ivanka Trump allein in einem Zeitraum von 84 Tagen im Frühling 2017 fünf Millionen Dollar mit privaten Geschäften. Zur selben Zeit nahm sie bereits ihre politischen Aufgaben für die US-Regierung auf. Dort arbeitet sie als unbezahlte Angestellte, ihr offizieller Titel lautet „Assistant to the President“.

Interessenkonflikte sind natürlich völlig ausgeschlossen. Immerhin arbeitet Ivanka im Weißen Haus für Gotteslohn.

Made in America – das gilt nicht für Trump-Unternehmen

2017-07-17 Frankfurter Rundschau

Von wegen „Made in America“

Ivanka Trump lässt in Asien für ihre Modemarke fertigen – und führt damit die Rhetorik ihres Vaters ad absurdum. In Bangladesch verdienen Textilarbeiter den Mindestlohn von 70 Dollar im Monat oder weniger. (…)

In einer aufwendigen Recherche bei Zollbehörden, Schifffahrtsunternehmen und vor Ort auf drei Kontinenten hat die „Washington Post“ die Herkunftswege von Schuhen, Taschen, Blusen und Kleidern der Ivanka-Trump-Kollektion recherchiert. Das Ergebnis: die Firma der Präsidententochter lässt ihre Produkte praktisch ausschließlich in Asien und Afrika fertigen, wo die Kosten niedrig und die Rechte der Arbeiter gering sind. Es sei nicht möglich, große Kollektionen in den USA herzustellen, erklärt Abigail Klem, die Vorstandschefin des Modelabels bemerkenswert offen: „Es gibt hier die nötigen Arbeiter und auch die Maschinen nicht mehr.“ (…)

18-Stunden-Tage und Schikanen der Manager

Besonders fragwürdig scheint, dass die Firma der Präsidententochter, anders als andere Textilunternehmen, keine unabhängigen Beobachter beauftragt, um die oft katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort zumindest in Ansätzen zu überwachen. Nach eigenen Angaben hat das Trump-Unternehmen lediglich einen Verhaltenskodex, der körperliche Ausbeutung und Kinderarbeit verbietet. Die Zulieferer würden „auf höchstem Niveau“ arbeiten, versichert Firmenchefin Klem. Hingegen berichten Menschenrechtsorganisationen von 18-Stunden-Tagen und Schikanen der Manager in chinesischen Fabriken, die für Ivanka Trump nähen. Als dort vor einigen Wochen Aktivisten gegen die Arbeitsbedingungen protestierten, wurden drei Demonstranten festgenommen.

Ivanka Trump lehnte einen Kommentar zu der Geschäftspraxis ab, die in krassem Widerspruch zur Rhetorik ihres Vaters steht.

Ich kenne die Umsatzzahlen und Umsatzentwicklung der ‚Ivanka-Trump-Kollektion‘ nicht; über einen Zusammenbruch ihres Unternehmens wäre sicher schon berichtet worden, wenn niemand mehr das Zeug kaufen würde. Also gibt es wohl noch genug Damen (und Herren), die sich gerne mit dem ‚Ivanka Trump‘ – Label schmücken und die die Accessoires und diejenigen, die selbige besitzen und tragen, bewundern. Und es gibt genug Zwischenhändler, die mit dem Verkauf der Kollektion Geld verdienen und dazu beitragen, damit Amerika wieder ‚great‘ wird.

Hoffnungsträgerin Merkel – als Kanzlerin abgewirtschaftet! Schade

2017-04-25: welt.de

Gipfeltreffen der zwei mächtigsten Frauen der Welt

Die Tochter von Donald Trump, Ivanka Trump, folgt einer offiziellen Einladung der Kanzlerin nach Berlin, zum Women20-Gipfel. Die 35-Jährige hat im Weißen Haus ganz offiziell eine Beraterrolle inne.

2017-04-25: welt.de

Merkel und Ivanka Trump bei Gipfel zur Stärkung von Frauen

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt gemeinsam mit der Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, heute in Berlin an einem internationalen Gipfel zur Stärkung von Frauen teil. (…)

2017-04-27: Schwäbische.de

(…) Merkel jedenfalls messe der Diskussion mit Ivanka „große Bedeutung“ bei, sagte Vizeregierungssprecher George Streiter am Montag. Bei der Gelegenheit widersprach er der Erklärung des Weißen Hauses, Ivanka Trump reise „auf direkte Einladung der Kanzlerin“ nach Berlin: Die Einladung sei nicht von Merkel gekommen, sondern vom Verband der Unternehmerinnen. (…) Unterdessen hat US-Präsident Trump in Washington in höchsten Tönen seine Zusammenarbeit mit Merkel gelobt.

Entweder merkt es niemand oder keiner will es wahrhaben: Es geht doch auch hier wieder nur um eine Marketingveranstaltung für die Marke ‚Trump‘. Und Merkel macht so etwas mit. Und dafür eignet sich wohl auch das Thema Gender und ‚Frauenrechte‘.

Persönliche Anmerkung: Mit der Politik der Kanzlerin im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wurde Merkel für mich ernsthaft wählbar, obwohl eine (Regierungs-)Partei, die den Namen „Christlich demokratische Union Deutschlands“ trägt, für mich genauso unakzeptabel ist wie eine politische Partei, die sich mit der Bezeichnung „Islamische demokratische Union Deutschlands“ schmücken würde. Ich habe der Kanzlerin bislang unterstellt, dass sie ihr politisches Amt – im Gegensatz zu der Mehrheit der vergleichbaren Amtsträger – nicht zu ihrer verdeckten oder offenen persönlichen wirtschaftlichen Vorteilsnahme missbraucht. Diese Einschätzung war mutmaßlich falsch. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie nach Ihrer Abwahl als Kanzlerin einen Job als Marketingberaterin im Trump-Konzern angeboten bekäme und diesen auch freudig annehmen würde. Auch das sogenannte Frauenthema eignet sich zum Verrat am Anliegen der Benachteiligten, wenn privilegierte Frau daraus einen wirtschaftliche Vorteil schöpfen kann.

Vielleicht ist es aber auch so, dass die deutschen Weibchen sich mehrheitlich vielmehr dafür interessieren, wo man welches Täschchen mit dem richtigen Label und sonstigen Kram, den keine braucht bekommt, als dass Frau sich mit den Grundrechten und deren Durchsetzung – auch für die Nicht-Unternehmerinnen – befasst.

Man wird es an der Umsatzentwicklung des Trump-Labels in Deutschland in nächster Zeit erkennen können.

Ist nicht so gemeint? Doch, ist so gemeint! Sehr ernüchternd! Sorry, ich bin nur ein Mann, könnte aber auch kotzen.

 

Trump und der Zorn der Götter in Bali

2017-04-08: Tagesschau.de

Geplantes Luxushotel auf Bali

(…) Eine der Firmen von US-Präsident Trump plant ein Luxusressort – direkt neben Tanah Lot, dem wichtigsten und heiligsten Tempel der hinduistischen Balinesen.(…)

Das wichtigste Heiligtum der Hindus auf Bali ist von der Brandung umtost und nur bei Ebbe erreichbar. Das neue Sechs-Sterne-Hotel soll keine zwei Kilometer Luftlinie entfernt entstehen. „Das ist unmöglich!“, sagt der hinduistische Rechtsprofessor Wayan Windia von der Universität Bali in einer Absolutheit, als sei der Trump-Plan durch sein Urteil vom Tisch.

„Es geht um die Dreifaltigkeit von Religion, Mensch und Umwelt. Hinduismus ist auf Bali nicht nur Glaube, sondern eine Lebensart. Sie müssen mit den Göttern, mit den Nachbarn und mit der Welt in der sie leben, im Einklang sein“, erläutert Windia. „Und wenn jemand ein Gebäude zu dicht an unserem heiligen Tempel baut, dann ruft er nicht nur den Zorn der Götter hervor, sondern auch den Zorn der Natur und der Menschen, die hier leben. Warum sollte jemand so etwas tun?“

Entfernung und Höhe – das sind die beiden entscheidenden Faktoren für gläubige Hindus. An den heiligen Stätten darf nicht zu nah gebaut werden, aber vor allem nicht zu hoch. Die Kokospalme, so erklärt der Unternehmer Khadek, ist das Maß aller Dinge: „Wir dürfen keine Häuser bauen, die höher als Kokospalmen sind. Das ist ein Gesetz hier auf Bali.“ Denn die Kokospalme sei der wichtigste Baum für die Balinesen. „Wir brauchen ihn für die religiösen Zeremonien – den Stamm, die Blätter, die Früchte. Wir nutzen jedes Teil für die Zeremonie. Und die Zeremonie ist das Wichtigste in unserem Leben. Wenn wir höher bauen, verärgern wir die Götter. Deshalb würde auf Bali niemand in einem Haus wohnen, das höher ist als die Kokospalmen“, so Khadek.

Eine Milliarde Dollar soll veranschlagt worden sein

Das endgültige Design und die Höhe des Hotelturms stünden noch nicht fest, heißt es von Trump Hotels. Die Leitung der Firma hat der US-Präsident nach dem Einzug ins Weiße Haus an seine Söhne Donald Jr. und Eric übergeben. Eine Milliarde Dollar haben sie angeblich für das Mammutprojekt veranschlagt.

Die Pläne für das neue Luxushotel stünden aber in jeder Hinsicht im krassen Gegensatz zur Heiligkeit des Tempels, so Ketut Diatmika vom Rat der Hindus auf Bali: „In Hotels gibt es ja zuweilen auch Diskotheken, Striptease und solche Sachen. Das läuft dem Gefühl für die Heiligkeit des Tempels völlig zuwider. Die Gläubigen wollen sich ins Gebet versenken und mit ihren Göttern sprechen – und dann kommt da von draußen laute Musik. Natürlich stört das die Konzentration der Gläubigen.“ (…)

Trumps Geschäftspartner auf Bali ist übrigens der indonesische Milliardär und Politiker Tanoesoedibjo. Der Unternehmer hat kürzlich erklärt, 2019 für das Amt des indonesischen Präsidenten kandidieren zu wollen – zwei Staatenlenker als Geschäftspartner. Wenn er Erfolg hat, gäbe es neben religiösen also auch massive Interessenkonflikte, ätzen die Kritiker.

Ein Tower auf den Klippen, Villen, Bungalows, Golfplätze: Das größte Ressort für die Reichen auf Bali soll auf 100 Hektar Fläche entstehen. Geplante Bauzeit: drei Jahre.

Man kann dem Glauben der balinesischen Hindus mit Respekt begegnen oder das alles für lächerlichen Kinderkram halten. Jedem das Seine. Oder man setzt sich einfach darüber hinweg, wenn man weiß, dass sich die einheimischen Leute sowieso nicht wehren können.

Great deal!

Das politische Trump-Modell findet Nachahmer.

Trump-Konzern – Gemeinnütziger Verein?

2017-03-30 Deutsche Welle

Ivanka Trump übernimmt offiziell Beraterposten im Weißen Haus

Erst der Schwiegersohn, jetzt auch die Tochter. US-Präsident Donald Trump umgibt sich auch im Weißen Haus am liebsten mit der Familie. Die arbeitet ohne Bezahlung.

Offensichtlich mutiert der Trump-Konzern zum gemeinnützigen Verein. Man (oder Frau) arbeitet ‚ehrenamtlich‘ für einen guten Zweck. Dann sollten die amerikanischen Finanzbehörden doch den Trump-Konzern von den lästigen (Körperschafts-) Steuern befreien. Vielleicht würde es dem Präsidenten dann in Zukunft leichter fallen, seine Steuererklärung zu veröffentlichen.

White House, die Vermarktungsagentur der Marke Trump

2017-03-27 t-online.de

Für den Konzern des Präsidenten

Trump-Söhne wollen jede Menge Hotels bauen

Die Anzahl der Trump-Hotels könnte in den kommenden Jahren von gut einem Dutzend auf mehr als Einhundert wachsen. „Es geht volle Kraft voraus. Das liegt in unserer DNA. Das liegt in der DNA der Trump-Jungs“, sagt Eric Danziger. (…)

Kritiker sind dennoch empört, denn die Gefahr der indirekten Einflussnahme auf das Weiße Haus ist enorm. Für Richard Painter, der unter dem früheren US-Präsidenten George W. Bush einst als Ethikanwalt arbeitete, steckt jedoch etwas ganz anderes hinter den Expansionsplänen: „Das ist eine neue Version von ‚pay-to-play‘ – steigt hier ein und macht Geschäfte mit der Trump Organization“. Der in die Politik gewechselte Milliardär Trump ist schließlich nach wie vor Eigentümer des Konzerns. Und was besonders heikel ist: Anders als etwa bei der Unterstützung eines Wahlkampfs gibt es in diesem Fall keine finanziellen Obergrenzen – und vor allem keine Pflicht zur Offenlegung. (…)

Kurz vor seiner Amtseinführung im Januar kündigte Trump dann aber an, sein Unternehmen werde „keine neuen Geschäfte im Ausland“ abschließen, solange er Präsident sei, um die Gefahr einer Einflussnahme auf die US-Politik zu verhindern. Das hält seine Familie aber nicht davon ab, bereits angestoßene Projekte weiter voranzutreiben.

Na gut, dass die Familienmitglieder des Präsidenten wenigstens Büros im Weißen Haus bekommen. Dann sind die Wege wenigstens nicht so weit. Dafür lädt Trump ja immerhin ausländische Staatspräsidenten zum Golfspielen in seine Privatresidenz in Florida ein. Eine Hand wäscht die andere. Great deal!

Arme Ivanka

Ivanka Trump bezieht Büro im Weißen Haus

2017-03-21 Die Zeit

Ein eigenes Büro, Regierungshandy und Zugang zu vertraulichen Informationen: Die Tochter des US-Präsidenten richtet sich im Weißen Haus ein – ohne ein offizielles Amt. (…) Wie ein US-Regierungsvertreter inzwischen bestätigte, bekommt Ivanka Trump ein eigenes Büro im Westflügel des Weißen Hauses, wird mit entsprechenden Kommunikationsmitteln ausgestattet und soll auch Zugang zu vertraulichen Informationen der Regierung erhalten. Ein offizielles Amt übernimmt sie nicht. (…)

„Mit einer erwachsenen Tochter des Präsidenten, die aktiv an der Arbeit der Regierung beteiligt ist, betreten wir Neuland.“

Jetzt braucht Ivanka ihre Bleistifte nicht mehr selbst zu kaufen. Zum Glück heißt es ja nur ‚Vetternwirtschaft‘. Gilt nicht für Töchter und Schwiegersöhne. Und schon gar nicht für Präsidenten. Wir sind doch alle eine große Familie. Wer sollte daran schon Anstoß nehmen? Alles nur Neider und Ignoranten – ungehörig, wer den Familienfrieden stört!