Abgegebene Erklärungen

Ist Farbenblindheit eine Legitimation zum Lügen?

In dem Spiegel.de-Artikel „Ex-Botschafterin Haley rechnet mit Trump ab“ steht:

(…) Zugleich versuchte Haley, das Verhalten ihres »Freundes« Trump zu erklären: »Wie ich das verstehe, glaubt er aufrichtig, dass ihm Unrecht zugefügt wurde.« Sie verglich Trump mit jemandem, der sage, dass Gras blau sei. »Wenn jemand keine Farben unterscheiden kann und das wirklich glaubt, ist das unverantwortlich?«

(Dass ich die Farbe von Gras unter bestimmten Bedingungen nicht genau erkennen kann, mag sein. Ich bin allerdings sicher, dass Gras – nicht nur unter bestimmten Beleuchtungsverhältnissen – high macht, wenn die Dosierung stimmt.)

Nikki Haley ist immerhin die frühere amerikanische Uno-Botschafterin und laut Spiegelartikel gilt sie als mögliche Kandidatin der US-Republikaner bei der Wahl 2024. Damit wäre sie nicht nur Freundin von Trump, sondern auch (s)eine Konkurrentin 2024. Wie Trump seine Freundschaften konfiguriert kennen wir ja schon von Kim Jong Un.

Man könnte auf die Idee kommen, dass der Trumpismus unter den Republikaner*innen ansteckender ist als Covid-19; ein Impfstoff dagegen ist noch in weiter Ferne, die Übertragung der Infektion scheint auch über größere Entfernungen möglich zu sein, das Virus ist noch nicht identifiziert, geschweige denn sequenziert.

Entscheidend an dem oben erwähnten Zitat ist das Fragezeichen. Es kann so verstanden werden, dass es ein Ausdruck von Verantwortlichkeit ist, etwas falsches zu behaupten, nur wenn man glaubt, dass es zutrifft. Was man glaubt, fällt unter die Kategorie der gesetztlich geschützen Religionsfreiheit und was man sagt, ist durch das Recht auf Narrenfreiheit (dem Recht auf freie Meinungsäußerung) geschützt – nicht nur in Köln. Ein falscher Glaube ist juristisch nicht beweisbar. Aber was ein falscher Glaube genau ist, wissen zumindest manche Vertreter nichtchristlicher Religionsgemeinschaften.

Bei dem Vergleich mit einer farbenblinden Person ist m. E. entscheidend, ob dem betreffenden Menschen bekannt ist, dass er farbenblind ist und ob er diese Erkenntnis als Tatsache anerkennt oder verleugnet.

Die Behauptung, an den Weihnachtsmann zu glauben, kann nicht widerlegt werden. Also ist z. B. Aussage, dass “ … der Weihnachtsmann ein gütiger Mensch ist, zu Sonderkonditionen Spielzeug besorgen kann und im Jenseits zu Hause ist …“ deswegen zutreffend?

Wenn z. B. ein gläubiger Mensch behauptet, dass sein Gebet von einer göttlichen Instanz (oder einer mutmaßlichen Person im ‚Jenseits‘) erhört worden sei, und dass das göttliche Gehör in dieser Angelegenheit durch eine bestätigende Aussage Gottes verifiziert worden sei, kann auch diese Behauptung nicht widerlegt werden, obwohl diese Halluzination im konkreten Einzelfall von der Mehrheit der Weltbevölkerung mutmaßlich nicht geteilt wird. Diese Aussage ist aber nur eine rein statistische Hypothese.

Ich gehe davon aus, dass nicht nur eine verschwindende Minderheit unserer Zeitgenossen bereit und in der Lage ist, unter bestimmten Bedingungen eine sinnähnliche Behauptung – im mutmaßlich vollen Bewusstsein der geistig-seelischen Kräfte und ohne die geringste Annahme einer möglichen Falschaussage – aufzustellen.

Wie sonst erklärt sich, dass es in Deutschland noch so viele Mitbürger*innen gibt, die Kirchensteuer bezahlen? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht nur eine Herausforderung für Frauenverstehr*innen sondern auch für echte Männerversteher*innen!

Bildergebnis für Trump Bibel
Foto: NDR

Selbst Präsidenten von Großmächten nehmen die Bibel in die Hand, um ihren Aussagen Nachdruck zu verleihen – und nicht nur beim Aussprechen des Amtseides.

… Und wehe es kommt jemand daher, der behauptet, das sei alles Kinderkram. Um Gottes Willen! … Gotteslästerung, Hexenjagd, Verstoß gegen das Brauchtum, Diskriminierung von – ja wem denn eigentlich? – also zum Beispiel Minderheiten wie Staatspräsidenten, Päpsten, Propheten, Erzbischöfen und anderen unterprivilegierten Personengruppen …

Ich würde vorschlagen, das Strafrecht und den Strafvollzug ersatzlos abzuschaffen, auch wenn das arbeitsmarktpolitisch nur schwer durchsetzbar wäre. Es macht einfach keinen Sinn mehr. Denn es reicht aus, zu behaupten, dass man nicht an die Strafbarkeit einer Handlung glaubt, um sich selbst zu exkulpieren. Jede weitere Rechtfertigung ist damit entbehrlich. Deshalb erübrigt sich auch eine Selbsbegnadigung des Präsidenten, denn diese hat im Grunde die gleiche Wirkung. Dem Anschein nach glaubt ein großer Anteil der Amerikaner daran – also an die Entbehrlichkeit des Strafrechts (mindestens aber für einen bestimmten Personenkreis) und den Umstand, dass der Glaube ‚Berge versetzt‘.

Was ich allerdings wirklich glaube – ich bin also sicherer, als wenn ich es nur wissen würde – ist, dass es in Deutschand nicht viel anders ist. Nur sagt das keiner laut, aber ich habe es schon mal gehört, obwohl ich auf einem Ohr schwerhörig bin. Und deshalb ist auszuschließen, dass ich mich selbst täuschen könnte.

Ich habe auch gehört, dass es in manchen Ländern noch eine vollziehbare Todesstrafe bei bestimmten Delikten gibt. Das habe ich allerdings nur gehört und gelesen, aber noch nicht selbst erlebt. Vielleicht glaube ich das aber auch nur. Keiner weiß es genau.

PS: Ich glaube ja auch nicht an das Internet. Ich habe nämlich das Internet noch nie wirklich gesehen. Ich habe allerdings immer wieder so ein merkwürdiges Zeug auf meinem Bildschirm, was ich mir gar nicht gewünscht habe. Das kommt mit Sicherheit aus der Hölle. Denn ich habe schon mal gehört, dass es in der Hölle so schlimm ist wie im Internet. Habe ich wirklich gehört! Wo ich das gehört habe, habe ich allerdings vergessen. Ist ja auch egal, Hauptsache es stimmt.

Vielleicht sollte ich mal googeln, ob es die Hölle wirklich gibt. Dann würde ich es auch wirklich glauben.

Unglaublich – also großartig!

Die Spam-Flut wächst exponentiell …

Das Spam-Problem wird sich sicher nicht mit dieser Mitteilung lösen lassen.

Heute sind wieder 119 Spam-Kommentare für diese Seite eingegangen. Die Flut wächst exponentiell. Es ist für mich nicht mehr möglich, in dieser Flut ernst gemeinte und sachdienliche Kommentare sicher zu identifizieren. Ob ein Spamfilter dies besser kann, kann ich nicht kontrollieren.

Deshalb bitte ich diejenigen, die es mit einem ernst gemeinten Kommentar versucht haben um Verständnis. Wer meine persönliche Mailadresse kennt, möge mich über einen Kommentar informieren.

Es kann sein, dass ich in absehbarer Zeit gezwungen bin, die Kommentarfunktion zu deaktivieren.

./.

Wer das unglaubliche Privileg genießt, mich (denjenigen der im Impressum dieser Seite angegeben ist) persönlich zu kennen und dazu auch noch meine persönliche Mailadresse kennt, die/der kann mir gerne mitteilen, dass er/sie in meinen Verteiler aufgenommen werden möchte, um über neue Beiträge auf dieser Webseite per Mail informiert zu werden.

Gerne nehme ich auch von anderen Schriftgelehrten Beiträge auf, die zu dieser Seite passen; Meinungsvielfalt und Kritik sind gefragt – allerdings unter der Bedingung, dass der/die Autor/in einverstanden ist, im Zusammenhang mit einem Beitrag namentlich genannt zu werden! Literarische Zurückhaltung ist nicht erwünscht.

Friedrich Merz – der deutsche Trump (3)

Tagesschau.de vom 17.01.2021: Reaktionen auf Merz-Vorstoß „Wirkt recht schräg“. Bitte einmal dort nachlesen …

(…) Niedersachsens CDU-Chef und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann forderte mehr Teamgeist von Merz. „Der Zeitpunkt für ein Angebot zur Übernahme eines Regierungsamtes war gelinde gesagt überraschend, dadurch wirkt es jetzt recht schräg“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Ich bin nicht glücklich darüber, dass gerade der Eindruck entsteht oder womöglich entstehen soll, es gehe ihm mehr um seine Person.“

Tagesschau.de vom 17.01.2021

Mein Eindruck von Merz: Es geht im nur und ausschließlich um seine Person – und das nicht erst seit heute. Leider kann man Herrn Merz genau so wenig in den Kopf gucken wie Herrn Trump. Deshalb sollten wir genau zuhören und beobachten was die Kandidaten sagen und tun – und sie beim Wort nehmen.

Jedes Wort eines Politikers gehört auf die Goldwaage!!

Bitte weiter denken:

  • … Amerika first
    • … Business first (‚great deal‘)
      • … Trump First
        • … Ich zuerst
          • … Merz zuerst
            • … Wirtschaft (-sminister) zuerst
              • … Deuschland, Deutschland über alles

hoffentlich lernen wir früh genug etwas daraus.

Die Zeit drängt – wie hoch ist das Risiko?

Mit meinen drei Beiträgen (vom 08.01.2021, 10.01.2021 und 12.01.2021) habe ich auf das Thema Nuclear Football und die Möglichkeit, dass Trump in den letzten Tagen seiner Amtszeit den Einsatz von Nuklearwaffen anordnen könnte, hingewiesen.

Auf meinen ersten Beitrag vom 08.01.2021 hatte ich 43, mir persönlich bekannte Menschen, die ich als zeitkritische Personen einschätze, am 09.01.2021 per Mail von meiner persönlichen Mailadresse hingewiesen. Mit dieser Mail hatte ich die Frage verbunden:

Realistisch oder Verschwörungstheorie-verdächtig?

Außer zahlreichem Spam habe ich bisher fünf Antwortmails – alle am 09.01.2021 – mit konkretem Bezug zum Thema und zwei Rückmeldungen in einem persönlichen Gespräch erhalten. Ob die anderen Personen meine Hinweis-Mail zur Kenntnis genommen haben, den Beitrag gelesen haben und ob sie sich gegebenefalls mit der Thematik befasst haben, kann ich nicht feststellen.

Bis zum geplanten Termin der Vereidigung des neuen Präsidenten am 20.01.2021 haben alle Beteiligten noch drei Tage Zeit.

Bisheriges Ergebnis der Befragung:

Die Rückmeldeausbeute liegt also nach einer Woche bei 7/43 = 16,3%.

Von den Befragten und den Antworten war das Verhältnis

  • Frauen / Männer: 33/67 % (Befragte) – 0/100% (Antworter)
  • Zu meiner Familie gehörig (Verwandschaft 1. oder 2. Grades) / nicht zur Familie gehörig: 19/81% (Befragte) – 29/71% (Antworter)
  • Akademischer Bildungsabschluss: 58%, unbekannt oder nicht vorhanden 42% (Befragte) – 71%/29% (Antworter)
  • Länger / kürzer als 20 Jahre Bekanntschaft: 72/28% (Befragte) – 86/14% (Antworter)

Von den Rückmeldern halten 3 Personen (43%) einen kurzfristigen, durch Trump angedrohten oder angeordneten Nukleareinsatz für ausgeschlossen oder unrealistisch; 4 Pesonen (57%) halten diese Möglichkeit für denkbar oder realistisch; drei Personen (43%) drücken Ihre Beunruhigung bei diesem Gedanken aus.

Weitere Statisik folgt, wenn weitere Antworten in den nächsten Tagen eingehen.

In drei Tagen wird sich die Frage erledigt haben, entweder

  • durch Rückgabe des Atomkoffers durch Trump (bzw. durch Deaktivierung des Koffers) und Weitergabe des Koffers an Biden im Kontext dessen Vereidigung
  • durch Anordnung eines Nukleareinsatzes durch Trump
  • durch Fortsetzung der Präsidentschaft Trumps nach Erklärung des Verteidigungsfalles und Verhängung des Kriegsrechtes
  • oder durch Fortsetzung der Präsidentschaft Trumps über den 20.01.2021 hinaus nach Verhinderung der Vereidigung des neuen Präsidenten auf anderen Wegen

Wer glaubt, das Thema sei ‚vom Tisch‘ könnte sich irren. T-online.de berichtet heute:

Zweifel an Zurechnungsfähigkeit –   Donald Trump und das Problem mit dem Atomkoffer

Fr.de (Frankfurter Rundschau) titelt heute:

Donald Trump hat keine Lust auf Biden und trägt bei Abschiedsfeier Atomkoffer bei sich (…)

(…) Washington D.C. – Donald Trump, abgewählter US-Präsident, hat keine Lust auf die Amtseinführung seines demokratischen Nachfolgers Joe Biden. Er verzichtet auf die alten Gepflogenheiten und will vielmehr, dass alle Kameras auf ihn gerichtet sind.

Mehrere US-Medien, darunter die „Washington Post“ und der konservative Sender „Fox News“, meldeten unter Berufung auf Regierungskreise, Donald Trump wolle das Weiße Haus und Washington am Mittwochmorgen (20.1.2021) Richtung Florida verlassen – kurz bevor Joe Biden in der Bundeshauptstadt vor dem Kapitol vereidigt werden soll. (…)

FR.de vom 17.01.2021

Es scheint zu stimmen, … lt. t-online:

Befehl des Präsidenten kaum zu stoppen

Wenn der Präsident jedoch entschieden hat – unabhängig davon, ob nach langer Überlegung oder in einer Art Wutanfall – können „weder das Militär, noch der Kongress diese Befehle aufheben“, wie es in einem im Dezember veröffentlichten Bericht des Forschungsdienstes des US-Kongresses über die Atomwaffenkontrolle heißt.

Die einzige Einschränkung für den US-Präsidenten ist in diesem Fall die Legalität des Angriffs. Das Kriegsrecht würde es einem Militärangehörigen erlauben, einen Befehl zu verweigern, wenn er diesen für unrechtmäßig hält.

Zwei Minuten von Befehl bis Abschuss

Der Ablauf eines Atomwaffeneinsatzes sähe normalerweise so aus: Der Präsident entscheidet sich zu einem nuklearen Angriff und berät sich mit den Militärchefs. Im Atomkoffer findet er die verschiedene Optionen für einen Angriff und die Kommunikationsmittel, diesen offiziell zu befehlen. Mithilfe des „Biscuits“, der eigenen Code-Karte des Präsidenten, identifiziert er sich dann als Oberbefehlshaber.

Der Angriffsbefehl wird an das Strategische Kommando der US-Streitkräfte weitergeleitet, wo ein Offizier bestätigt, dass der Befehl vom Präsidenten kommt. Nach dem Befehl kann der Abschuss einer bodengestützten Rakete mit nuklearem Sprengkopf innerhalb von zwei Minuten erfolgen; bei einer U-Boot-gestützten Rakete innerhalb von 15 Minuten.

Ich bin nicht der Meinung, dass Trump unzurechnungsfähig ist. Ich vermute aber, dass Trump Absichten verfolgt und konsequent danach handelt, die sich außer ihm selbst niemand wünscht.

Wieviel Zeit bleibt zum Überlegen und zum Handeln?

Für Trump, Pelosi, Pence, Biden und die restliche Weltbevölkerung.

Ich hoffe, dass wir am 21.01.2021 sagen können: War doch nichts.

Ist Trump dumm oder schlau – oder einfach nur vernünftig?

Der Beitrag ist z. Z. noch in Arbeit …

Über diese Frage habe ich in den letzten Jahren mit verschiedenen Leuten diskutiert. Leider ist es bisher keinem Sterblichen gelungen, dem Amerikanischen Präsidenten (oder irgend einem anderen Zeitgenossen) in den Kopf zu schauen. Ob diese Frage mit einem Intelligenztest zuverlässig zu beantworten ist, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls wird Trump sich einem solchen Test freiwillig mutmaßlich nicht unterziehen … und der Rest der Weltbevölkerung setzt die Spekulationen über diese Frage unentwegt fort. Womit soll man sich denn sonst auch die Zeit vertreiben.

Vor gut drei Jahren gab es eine sehr kontroverse Diskussion um die Frage, ob Trump unter einer psychischen Störung mit Krankheitswert leide. Verschiedene amerikanische Fachgesellschaften haben sich zu dieser Frage sehr kontrovers geäußert und um Sinn oder Unsinn der Goldwater-Regel gezankt. In meiner Hilflosigkeit habe ich mich auch an dieser Diskussion mit einem Beitrag (vom 09.10.2017, geringfügig überarbeitet am 09.05.2018) beteiligt.

Wer nichts anderes zu tun hat, kann ja mal nachlesen: Ist Trump verrückt?

Diese Diskussion ist mittlerweile im Sande verlaufen und hat zu keinerlei Lösung irgendeines Problems geführt. Trump ist so wie er ist und so ist das. Punkt. Er wäre sogar fast wieder gewählt worden – und wenn man ihn selbst reden hört, hat er die Wahl ja auch mit überwältigender Mehrheit erdrutschartig gewonnen.

Dass er einfach nur dumm ist kann ich nicht wirklich glauben, dass er aber besonders schlau ist auch nicht. Das ist wirklich eine dumme Sache!

Jedenfalls halte ich ihn nicht für zu dumm, um mit seinem Nuclear football herum zu spielen. Und ich glaube auch nicht, dass er so dumm ist zu glauben, dass das Ding nicht funktioniert.

Ich nehme zur Kenntnis, dass er schlau genug ist, sehr genau zu wissen,

  • wie man 74,22 Millionen Personen dazu bringen kann, ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel vor den Namen Trump zu setzen, obwohl …
  • wie man die Deutsche Bank dazu bringen kann, ihm ca. 300.000.000 Dollar zu leihen, obwohl nicht damit zu rechnen war, dass er das Geld freiwillig zurückzahlt
  • wie man am laufenden Band Minister von ihren Posten entfernt und immer wieder Leute findet, die sich auf diese Schleudersitze setzen
  • wie er Herrn Kim Jong Un aus Nordkorea als seinen Freund bezeichnen kann („Eine Freundschaft, die scheinbar alles übersteht„) und diesen Freund dazu bringt, 12 Tage vor dem Ende seiner Präsidentschaft zu verkünden „USA größter Feind (…) Die USA besiegen“ …Kim Jong Un droht USA mit neuen Atomwaffen… (09.01.2021)
  • wie er bestimmte Personen dazu bringt, ihm eine Vorlage zu liefern, so dass er so tun kann, als hätte er nichts gesagt und nicht gewusst
  • dass er nach dem Auszug aus dem Weißen Haus länger als Beschuldigter in Gerichtssälen sitzen muss, als auf Golfplätzen mit kleinen Bällchen spielen zu dürfen
  • dass er mutmaßlich jetzt schon weiß, wer ihm im Ernstfall Asyl gewähren wird und wann es tunlich ist, sich aus dem Staub zu machen
  • ( …)

Ich behaupte, Trump ist weder besonders dumm noch besonders schlau. Er ist aber extrem zielstrebig und kompromisslos in der Verfolgung seiner eigenen Ziele und Strategien und er kommuniziert und handelt in diesem Sinne extrem ‚vernünftig‘. Und er schafft es, viele schlaue und vernünftige Zeitgenossen dazu zu verführen, ihn für saublöd und unvernünftig zu halten und die ihn deshalb in seiner Delinquenz grob unterschätzen.

Oft wird behauptet, Trump habe kein Konzept. Ich behaupte, er hat ein ganz klares – einfach gestricktes – Konzept, um seine eigenen Ziele zu Lasten anderer zu erreichen, aber er verrät es keinem oder er behauptet das Gegenteil. Das ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes. Viele Leute glauben es einfach nicht, weil sie dieses simple Konzept einfach nicht wahrhaben wollen.

Die anderen haben es verstanden und finden es genial; und dafür muss man nicht besonders schlau sein – aber auch nicht all zu dumm.

Ich würde dieses Konzept mit der Überschrift überschreiben:

„Ausbeutung in Reinkultur ohne Rücksicht auf Verluste“

„America first“ ist die untrügliche Kurzformel dieses Konzeptes und sie bedeutet genauer „Wir zuerst“ oder noch genauer „Ich zuerst“ und im Übrigen:“Ich bin doch nicht blöd“.

Die Hälfte der amerikanischen Wähler hat das einfache Muster verstanden.

Die Dummheit vieler Zeitgenossen besteht vielleicht in der unbeugsamen Annahme, dass ein (gewählter) Politiker ein politisches Konzept im Interesse seiner Untertanen haben müsse, und dass ein Politiker das sagt, was er denkt. Die Illusion, dass ein Politiker das denkt was er sagt, halte ich für einen tragischen Trugschluss. Ein Politiker hat nur Erfolg, wenn er ständig darüber nachdenkt, wie er Wählerstimmen einfangen kann, denn wenn er nicht genug Wählerstimmen bekommt, wird oder bleibt er kein Politiker. Auch ganz einfach. Punkt.

Es wäre vielleicht schlauer anzunehmen, dass sehr viele Politiker (oder wahrscheinlich alle Kandidaten, die sich zu irgendeiner Wahl stellen) ganz andere Motive haben, als die, die ihre Wähler sich wünschen.

Nuclear Football – der Atommkoffer des Präsidenten …

Hier und hier Bilder und eine Beschreibung der Funktion des sog. Atomkoffers des Amerikanischen Präsidenten (Nuclear Football) Quelle: Wikipedia

Der Nuclear Football ist ein mobiles Lagezentrum, das es dem Präsidenten ermöglicht, sich an jedem Ort der Welt und zu jeder Zeit über die Situation im Falle einer substantiellen Bedrohung der nationalen Sicherheit zu informieren, Optionen zur Verteidigung sowie etwaige Angriffspläne durchzugehen und erforderlichenfalls Befehle zur Durchführung von Militärschlägen, einschließlich des Einsatzes von Kernwaffen, zu geben. Nach Meinung von Experten würde sich der Präsident im Fall der Fälle zusammen mit dem für den Nuclear Football verantwortlichen Adjutanten zurückziehen, um den Koffer zu öffnen. Der Adjutant würde in Folge eine Telefonkonferenz mit dem US-Verteidigungsminister sowie dem Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff (JCS) initiieren und den Präsidenten bei der Analyse der Lage beraten, sowie etwaige Angriffspläne anhand des „Black Books“ für den Präsidenten erläutern.[9] Entsprechende Befehle („Go Codes“) würden dann, nachdem sich der Präsident mit Hilfe seiner persönlichen Autorisierungscodes („Gold Codes“) identifiziert hat, an den Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff (JCS) im National Military Command Center (NMCC) weitergegeben und von diesem an die ausführenden Offiziere.[10] Nur der Präsident kann den Einsatz von Nuklearwaffen anordnen.

Der „Nuclear Football“ wird von einem der fünf (einer für jede Teilstreitkraft) Adjutanten des Präsidenten getragen, der sich stets in unmittelbarer Nähe des Präsidenten aufhält, solange dieser außerhalb des Weißen Hauses ist. Die Adjutanten sind Offiziere des US-Militärs der amerikanischen Besoldungsgruppe O-4 (entspricht NATO-Rangcode OF-3 oder Major) oder höher. Alle Adjutanten haben die umfassendste Sicherheitsüberprüfung der USA durchlaufen (Yankee White[11]) und sind immer bewaffnet.

In ersten Rückmeldungen zu meinem Beitrag „Sorge vor möglichem Atomschlag durch US-Präsidenten“ wurde z. B. geäußert

“ … ich vermute das es mit dem Atomkoffer etwas komplizierter ist, man muss ihn nicht einfach öffnen und auf den roten Knopf drücken und rums !  fliegen die Atomraketen los. (…)“

Da ist wahrscheinlich etwas dran.

Allerdings:

Das Konzept der Nuklearen Abschreckung, auf dem die nukleare Hochrüstung (Nulearer Overkill) beruht, funktioniert (mutmaßlich) nur, wenn der ‚Angreifer‘ schneller ist als der ‚Verteidiger‘. Vielleicht sind die Atomwaffen, von denen gelegentlich gesprochen wird, auch nur wirkungslose Attrappen – ich hab offen gesagt auch noch keine mit eigenen Augen gesehen und auch noch nicht gesehen, wenn so ein Ding explodiert. Allerdings sehe ich zurzeit keine Veranlasung, mich auf die letztgenannte Hypothese zu verlassen.

Wenn das mit dem nuklearen Abschreckung tatsächlich funktionieren soll, dann hat der Angreifer einfach nicht mehr Zeit, über einen Überraschungsangriff (öffentlich) zu diskutieren und diesen zu ‚organisieren‘ als der anzugreifende ‚Verteidiger‘ seinerseits, einen präventiven Gegenangriff zu organisieren und auszuführen. Das hängt natürlich auch von vielen anderen Faktoren (geografische Lage, Entfernung des Angriffsziels, Geschwindigkeit der Trägersysteme, Möglichkeiten, einen zweiten Nuklearschlag – z. B. über andere Standorte oder U-Boote – auszuführen etc.) ab. Das hat die Folge, dass ein Angriff mit Atomwaffen nicht Gegensand einer längeren innenpolitischen Diskussion sein kann. Die militärischen Entscheidungs- und Befehlsketten müssen kürzer sein als die des strategischen Gegners. In diesem Kontext geht es nicht um Tage, sondern nach meinen Informationen um die zeitliche Kategorie von wenigen Minuten. Und es ist wichtig, den Gegner mit allem verfügbaren Mittel zu täuschen, damit es ihn dann trifft, wenn er nicht damit rechnet. Ich bin sicher, dass die aktuellen Vorgänge in den USA von den ausländischen Militärstrategen aufmerksam beobachtet werden.

Das ist wohl auch der Grund, warum der Amerikanische Präsident (unabhängig davon, wie der aktuelle Oberbefehlshaber des US-Streitkräfte heißt) außerhalb der Weißen Hauses ständig ‚auf Schritt und Tritt‘ von einem der fünf Adjutanten mit dem Nuclear Football begleitet wird, denn jede verlorene Minute bedeutet u. U. ein fatales Sicherheitsrisiko.

Die entscheidende Frage ist, ob – wenn der Präsident auf dumme Gedanken kommt – es innerhalb dieser kurzen, streng geheim zu haltenden Befehlskette realistisch ist, dass diese von einem Befehlsverweigerer – lang genug – unterbrochen werden kann. Aktuell also zum Beispiel so lange, bis ein Amtsenthebungsverfahren mit Erfolg durchgeführt worden ist. Wie lange so etwas dauert und wie sicher der Erfolg ist haben wir ja schon einmal erlebt. Na ja, in Tagesschau.de wird heute (09.01.2021 23:27) berichtet: Die US-Demokraten wollen schon am Montag ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump auf den Weg bringen.

Selbst wenn einer oder mehrere der in dieser Befehlskette verantwortlichen Personen öffentlich behaupten, im Zweifelsfalle den Befehl des Präsidenten zu verweigern, stellt sich die Frage, was mit diesen Befehlsverweigerern passiert, wenn es denn passiert und sie tatsächlich den Befehl verweigern. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man im Pentagon für diesen Fälle nicht vorgesorgt hat und dass es für solche Engpässe und Stauungen in der Befehlskette keine ‚Umgehungsstraßen‘ gibt.

Nach meiner Auffassung gehört es zur strategischen Kriegsführung unabdingbar dazu, mit ‚Pokerface‘ das Gegenteil von dem zu behaupten, was man tatsächlich vorhat – und zwar so, dass der Gegner es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch glaubt. So etwas soll tatsächlich schon einmal vorgekommen sein. (Das habe ich als Kind schon gelernt, bei Versteckspiel zum Beispiel und später beim Skatspielen – und ich vermute, dass diese Vorgehensweise an der Börse und in der Finanzwirtschaft zum kleinen Einmaleins gehört. Das erstaunliche ist, dass auch sog. Experten immer wieder auf diesen Trick reinfallen.)

Man kann natürlich auch die Meinung vertreten, dass – selbst wenn es funktionierende Nuklearwaffen tatsächlich gibt – das ganze Konzept der nuklearen Abschreckung heutzutage im sog. Ernstfall gar nicht funktioniert. Leider – oder besser zum Glück – gibt es dazu aber noch weniger empirische Evidenz als mit dem ‚Angriff‘ durch das ’neuartigen‘ Coronavirus.

(Ich weiß, dass jeder Vergleich hinkt; das Gemeinsame des nuklearen Overkills, des Covid-19-Virus und der Klimaerwärmung ist aber, dass bei der Beurteilung des Bedrohungspotentials die Meinungen der Fachleute, der politischen Meinungsführer und der ‚Normalverbraucher‘ sehr weit streuen.)

Ich würde mich einfach nicht freuen, wenn man die Funktion der Befehlsketten vom Nuclear Football bis zur Zündung der ersten Nuklearwaffe in der Praxis – mit welcher begründung auch immer – ausprobieren würde, auch wenn der Erkenntnisgewinn einer solchen Evaluation gewisse Vorteile bieten würde.

PS: Zeit.de titelt heute am 09.01.2021 um 04:00 Uhr: Nordkorea will Atomwaffenprogramm ausbauen – „USA größter Feind“:

Kim Jong Un will das Arsenal des Landes an Atomwaffen vergrößern und neue Raketen testen. Für die nordkoreanische Außenpolitik gibt er das Ziel vor: „Die USA besiegen.“

Warum denn gerade heute? Wenn das keine Steilvorlage für Trump ist, sich mit den Möglichkeiten seines Nuclear Footballs näher zu beschäftigen.

Aber sorry, von Fußball habe ich wirklich keine Ahnung, ich tue nur so als ob …

Sorge vor möglichem Atomschlag durch US-Präsidenten

Focus.de meldet heute (08.01.2021): 

Pelosi droht Trump mit Amtsenthebungsverfahren –

… , denn jetzt wird man in Washington plötzlich nervös …, aus “ Sorge vor möglichem Atomschlag durch US-Präsidenten „.

Obwohl oder gerade weil Donald Trump schon in 12 Tagen den Atomkoffer an Joe Biden abgeben muss?

Trump und Pelosi haben nur noch wenige Tage Zeit.

Ob es Pelosi schafft, ihre Drohung in die Tat umzusetzen, darf bezweifelt werden

Wahrscheinlich ist ein ’nuklearer Notstand‘ und die damit verbundene Erklärung des Kriegsrechts Trumps letzte Möglichkeit, seine Macht zu retten und sich vor einer Inhaftierung als Nicht-mehr-Präsident zu schützen. Was sollte ihn davon abhalten, sich auf diese Weise zu retten? Alle anderen Versuche haben zuletzt nicht mehr funktioniert.

Trump hatte vor einigen Tagen seinen kurz vorher selbst begnadigten Freund Michael Flynn vorgeschlagen lassen, das Kriegsrechts zu erklären. Dass Trump diesem Vorschlag widersprochen hätte, ist mir bisher nicht bekannt geworden.

Nordkorea wäre z. B. eine interessante Option für ein solches Kriegsspiel, und diese Möglichkeit hat Trump vorsorglich schon vor längerer Zeit gut vorbereitet. Es gibt aber auch noch andere Anlässe für eine militärische Überraschungsintervention; an Krisenherden mangelt es zur Zeit jedenfalls nicht.

Die Selbst-Begnadigung ist dagegen für Trump eine viel unsicherere Angelegenheit.

Trump hat ja noch nicht aufgegeben und seinen Abgang aus dem Weißen Haus glaubhaft akzeptiert. Er deutet ja immer wieder an,

… da kommt noch etwas …

Weiter schreibt Focus.de:

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, hat nach eigenen Angaben mit dem US-Generalstabschef besprochen, wie Präsident Donald Trump in seinen letzten Tagen im Amt von einem möglichen Atomangriff abgehalten werden kann. Sie habe mit Mark Milley beraten, wie verhindert werden könne, dass „ein instabiler Präsident militärische Kampfhandlungen einleitet oder auf die Abschusscodes zugreift und einen Atomschlag befiehlt“, erklärte Pelosi am Freitag in einem Schreiben an die demokratischen Abgeordneten.Nancy Pelosi dpa/J. Scott Applewhite/AP/dpa Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, hält eine Pressekonferenz im US-Kapitol.

Pelosi unterstrich erneut die Bereitschaft des US-Kongresses zu „handeln“, falls Trump nicht „sofort und freiwillig“ abtrete oder von Vizepräsident Mike Pence und dem Kabinett für amtsunfähig erklärt werde.

Seit der Erstürmung des Kapitols in Washington durch militante Trump-Anhänger am Mittwoch steht der abgewählte Amtsinhaber massiv unter Druck. Erst nach langem Zögern verurteilte Trump am Donnerstag die Gewalt in Washington und rief das Land zur „Versöhnung“ und „Heilung“ auf. 

Trump wird vorgeworfen, für den Gewaltexzess mitverantwortlich zu sein, nachdem er seine Anhänger bei einem Auftritt in Washington mit unbelegten Wahlbetrugs-Vorwürfen angestachelt und zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen hatte. Die Demokraten fordern deshalb, Trump noch vor dem Amtswechsel im Weißen Haus abzusetzen.

Sehr erstaunlich, oder besser gesagt bestürzend, dass man in Washington erst jetzt auf diese Idee gekommen ist, denn vielleicht ist es jetzt schon zu spät, diesen Fall sicher zu verhindern.

Den Gedanken, “ … das kann doch nicht wahr sein … “ hatte ich in den letzten vier Trump-Jahren fast täglich. Doch mit meinen Befürchtungen habe ich selten völlig falsch gelegen.

Vor dreieinhalb Jahren hatte ich die Befürchtung, dass Trump zum ‚roten Knopf‘ greifen könnte schon gehabt. Nachzulesen unter: “ Wie soll es weiter gehen, wenn Trump merkt, dass ihm die Felle weg schwimmen? „

In meinem Beitrag vom 22.07.2017 hatte ich geschrieben:

….Dann könnte Trump ohne lange Diskussion eine kaum beherrschbare außenpolitische ‚Notoperation‘ in Gang setzen. Mit diesem Zaunpfahl hat er ja schon vor einiger Zeit gewunken. Dann wären leicht die Voraussetzungen für einen politischen Ausnahmezustand auch in den USA herzustellen – und dann könnte Trump innenpolitisch auf seine Gutsherrenart ‚aufräumen‘, ohne sich an irgendwelche Gesetze und Regeln zu halten. …

und am 11.08.2017 schrieb ich unter der Überschrift:

Der ‚Nuclear Football‘ könnte bald zur Anwendung kommen

Ich hatte immer die Vermutung und Hoffnung, dass die Administration eine gewisse stabilisierende und gegebenenfalls korrigierende Funktion hat, wenn der Präsident über die Stränge schlägt. Wenn das nicht so ist, dann ist das wohl ein entscheidender Risikofaktor in den amerikanischen Befehlsketten. Also schwindet die Hoffnung, dass es jemanden gibt, der Trump ausbremsen kann, wenn er aus einer Laune heraus auf den ‚roten Knopf‘ drückt. Das kann er wohl jederzeit, denn einer der fünf Adjutanten mit dem ‚Nuclear Football‘, dem Koffer mit den entsprechenden Autorisierungscodes zur Initialisierung des Nuklearfalles, begleitet den Präsidenten jederzeit und überall hin. Dass Trump eine solche Laune beschleichen kann, damit ist wohl zu rechnen. Jedenfalls spricht er davon. Aber er spricht sich – auch in anderen Angelegenheiten – oft mit niemandem ab – schon gar nicht mit Leuten, die ihm widersprechen könnten.

Dass Trump in der jetzigen Situation einfach nur ‚kopflos durchdrehen‘ könnte, ist die eine Möglichkeit. Die andere, aber wahrscheinlichere ist, dass Trump diese Strategie als ‚Plan B‘ für seine eigene Rettung schon seit Anfang seiner Präsidentschaft in der Schublade hatte und einfach nur gut vorgesorgt hat. Vielleicht ist diese Option der ‚Lebensversicherung‘ für sich und seine Familie auch der wichtigste Grund für ihn gewesen, das Präsidentenamt anzustreben.

Schon wieder wünsche ich mir, nicht recht (gehabt) zu haben.

Trump wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden …


…. und zwar voraussichtlich noch vor Covid-19. Es sei denn, Trump ließe sich in den nächsten Tagen noch etwas einfallen. Nicht nur das „China-Virus“ Covid-19, auch Trump ist gut für Überraschungen, mit denen keiner gerechnet hätte.

Vielleicht steigt Trump aber kurz vor der Vereidigung von Biden einfach nur mit seinem Nuclear Football in seine Air Force One und fliegt nach Moskau, wo ihm ja schon politisches Asyl angeboten worden sein soll. Und Trump könnte sein Flugzeug und den Fußball ja Putin zur Überraschung als Gastgeschenk gleich dalassen. Da würde Putin sicher nicht нет Спасибо [nein danke] sagen.

Die Frage ist, ob dann das „Amerika-Virus“ AMERIKA FIRST seine Virulenz verlieren würde.

Vielleicht gibt es irgendwann einen Impfstoff gegen

AMERIKA FIRST-Trumpismus.

Wer weiß, wie lange es dauert, bis ein solcher Impfstoff zulassungsreif ist.

Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank beenden …

„Trumps Vertraute kündigt bei der Deutschen Bank“ titelt spiegel.de am 23.12.2020.

Weiter schreibt spiegel.de:

Wie lässt sich die Geschäftsbeziehung zum US-Präsidenten halbwegs elegant beenden?

Für den Rest der Weltbevölkerung erlaube ich mir die Frage:

Wie lässt sich die Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank halbwegs elegant beenden?

Die Trump-Vertrauten Vrablic und Scalzi haben es vorgemacht, wie spiegel.de weiter schreibt:

Eine seit Jahren für US-Präsident Donald Trump zuständige Mitarbeiterin der Deutschen Bank verlässt das Geldhaus. Ein Sprecher der Bank bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Rosemary Vrablic vom Vermögensmanagement jüngst ihren Rücktritt eingereicht habe. Dieser sei angenommen worden und werde zum Jahresende wirksam. Auch ihr langjähriger Kollege Dominic Scalzi verlasse das Institut. Einen Grund für die Schritte nannte der Sprecher nicht. (…)

spiegel.de

Wer hätte das gedacht; verständlich, dass sich keiner zu den näheren Umständen äußern will. Da scheint es ein Problem zu geben, nicht nur in der Trump-Organisation, sondern auch bei der Deutschen Bank. Aber nicht erst seit gestern.

Dem deutschen ehemaligen Vorzeige-Geldinstitut (nicht nur Wirecard) ist es zu verdanken, dass sich Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich in Richtung einer Bananenrepublik ‚entwickelt‘. Die Politik sieht tatenlos zu, die staatliche Finanzaufsicht und die Kartellwächter sind kastriert, taub, bestochen oder haben selbst einen Interessenkonflikt, und die Kunden der Deutschen Bank scheinen sich einen Vorteil davon zu versprechen, mit diesem skandalträchtigen Institut Geschäfte zu machen – und sei es nur ein einfaches Girokonto. Die einen tun so, als hätten sie keine Ahnung (Prinzip: Kopf in den Sand stecken); die anderen wissen was sie tun und haben Gründe und Ausreden für ihr Handeln. So ist es in Deutschland, nicht nur jenseits der großen Ozeane.

Zum Glück bin ich noch nie auf die Idee gekommen, mit der Deutschen Bank in eine Geschäftsbeziehung zu treten, außer dass ich über die Vermittlung eines Deutsche-Bank-Maklers 1992 eine Immobilie gekauft habe. Seitdem achte ich peinlich genau darauf, dass ich mit diesem Institut nicht meine Finger ‚kontaminiere‘ – nicht erst seit der Corona-Krise.

Es ist nicht nur möglich, sondern m. E. geboten, auch in dieser Hinsicht auf Hygiene zu achten!!

Es ist für mich nicht möglich, eine Geschäftsbeziehung zu kündigen, die nicht existiert. Wenn ich z. B. eine Überweisung tätige, wähle ich immer einen anderen Zahlungsweg als die Deutsche Bank. Wenn ein Geschäftspartner keine andere Kontoverbindung als die Deutsche Bank hat, wechsle ich den Geschäftspartner; das Geschäft kommt dann nicht zustande und ich sage auch warum – selbst wenn mir deswegen ein ‚Schnäppchen‘ entgeht.

Wer behauptet, die Deutsche Bank sei unverzichtbar, dem ist nicht zu helfen.

Trump kann Militär gegen Biden-Sieg einsetzen …

t-online berichtet, Michael Flynn habe den US-Präsidenten aufgefordert, das Kriegsrecht auszurufen. (…) Der ehemalige Sicherheitsberater [Flynn] war zuletzt von Trump begnadigt worden, nachdem er im Zuge der Ermittlungen in der Russland-Affäre das FBI angelogen hatte. (…) Laut der britischen Nachrichtenseite „Dailymail“ plädierte Flynn außerdem dafür, das Kriegsrecht in den USA zu verhängen, damit der Demokrat Joe Biden sein Amt nicht antreten könne.

Weiter berichtet t-online:

„Trump kann mit einem Befehl sofort jede einzelne der Auszählungsmaschinen beschlagnahmen “, erklärte Flynn in einem Interview mit der Nachrichtenseite „Newsmax“ am Donnerstag. Damit bezieht er sich auf die Verschwörungstheorie, dass die Abstimmungssoftware Trumps Stimmen fälschlicherweise für Biden ausgewertet hat. „Innerhalb der Swing-Staaten könnte Trump durch das Militär die Kontrolle übernehmen und in jedem dieser Staaten die Wahl wiederholen.“, so Flynn. (…)

Letztlich wären die Möglichkeiten, die Flynn für Trump skizziert hat, wahrscheinlich allesamt rechtswidrig – das weiß vermutlich auch der begnadigte General. Aber es geht ihm mit diesen Äußerungen darum, Emotionen bei der Anhängerschaft von Trump zu bedienen, damit sich mehr Menschen hinter den abgewählten Präsidenten stellen.

Es wäre wohl nicht das ersteMal, dass Trump etwas unternimmt, was vorher niemand für möglich gehalten hätte. Trump hat immer noch die Hand über dem ‚Roten Knopf‘ (auch genannt ‚Atomkoffer‘ oder ‚Nuclear Football‘), mit dem er das Nuklear-Arsenal aktivieren kann.

Ungemütlich!

PS.:

In meinem Beitrag vom 22.07.2017 mit dem Titel: „Wie soll es weiter gehen, wenn Trump merkt, dass ihm die Felle weg schwimmen?“ kann man nachlesen, dass ich schon damals eine sehr ähnliche Phantasie hatte:

Wenn es für ihn wirklich eng wird, muss sich Trump etwas einfallen lassen. Ich befürchte und halte es für ausgesprochen wahrscheinlich, dass sein nordkoreanischer Kollege Kim Jong-Un ihm bereitwillig zur Hilfe kommen wird – etwa mit einem weiteren Atomtest oder Raketenabschuss zum geeigneten Zeitpunkt. Dann könnte Trump ohne lange Diskussion eine kaum beherrschbare außenpolitische ‚Notoperation‘ in Gang setzen. Mit diesem Zaunpfahl hat er ja schon vor einiger Zeit gewunken. Dann wären leicht die Voraussetzungen für einen politischen Ausnahmezustand auch in den USA herzustellen – und dann könnte Trump innenpolitisch auf seine Gutsherrenart ‚aufräumen‘, ohne sich an irgendwelche Gesetze und Regeln zu halten. Sein türkischer Kollege Erdogan hat ja schon gezeigt, wie man in einem mutmaßlich inszenierten Ausnahmezustand politische Gegner und die Presse behandeln kann – und dass man als Präsident damit ziemlich lange über die Runden kommt und von seinen Anhängern als Retter der Welt gefeiert wird.

Und selbst wenn er abstürzen sollte – wer sollte der politische Erbe seiner Hinterlassenschaften in Washington denn sein?

Siehe auch: „Spekulation: Keine Kriegsspiele oder vielleicht doch?“ vom 30.08.2018

Allerdings: Auf die Idee, dass Trump das US-Militär zum inländischen Kampf gegen einen gewählten Präsidentschaftskandidaten einzusetzen könnte, bin ich noch nicht gekommen.

Neue Erkenntnis!

Vieleicht hatte Trump einen nachvollziebaren Grund, gerade nach seiner Abwahl ausgerechnet Flynn zu begnadigen, es sei denn, er hatte bei dessen Begnadigung keinerlei (Hinter-)Gedanken. Ausgesprochen Unwahrscheinlich!